Freitag, 24. April 2009

Einflussnahme

Einfluss ist die potentielle oder effektive Wirkung eines Subjekts oder ein
Interessensgruppe auf eine Zielperson oder –gruppe. Zu unterscheiden ist
zwischen Einfluss haben (passiv, evtl. unbewusst) und Einfluss ausüben (aktiv,
bewusst).

Wenn Einfluss bewusst ausgeübt wird, zielt er auf die Veränderung von Einstellungen oder die Korrektur von Überzeugungen; manche Definitionen fassen auch die Herbeiführung einer bestimmten Entscheidung oder eines gewünschten Verhaltens unter die möglichen Ziele der Ausübung von Einfluss; in diesem Fall ist Einfluss von Macht kaum zu unterscheiden. Das bewusste Ausüben von Einfluss setzt notwendigerweise eine persönliche Beziehung zwischen Einflussnehmer und Beeinflusstem voraus; die Grundlagen gelungener Einflussnahme sind oft persönliches Charisma des Einflussnehmers oder (Psychische oder materielle) Abhängigkeit des Beeinflussten.

Quelle: Wikipedia

Besser und treffender hätte ich es jetzt auch nicht formulieren können. Wie ich darauf komme, euch mit so was vollzutexten? Nun ja, gestern Abend zur Zubettgehzeit meiner Kinder erkundigt sich mein Großer (12) für mich völlig unerwartet nach meinen Tätowierungsabsichten. Wahrheitsgemäß und nichts Böses ahnend antwortete ich, dass eigentlich nur ein paar Kleinigkeiten auf- und ausgearbeitet werden sollen. Bevor ich zu weiteren Ausführungen ansetzen kann, spricht’s: „Dann hörste aber mal damit auf, oder?“ „Ähhh…“ „Ich finde, es reicht.“ Nochmal „Ähhh…“ von Mutters Seite. „Du musst ja auch mal überlegen, wie das aussieht, wenn du älter wirst.“ Na, aber hallo? Kommt mir diese Redensart nicht irgendwie bekannt vor? „Schätzchen“, erläutere ich da nur zu meiner Verteidigung, „viele Menschen sind tätowiert. Und die werden alle älter, so wie ich. Und dann schauen wir alle gleich aus und niemanden interessiert’s.“ Was niemanden interessiert ist dieses Argument. Zumindest meinen Großen nicht, weil er nur noch sagt: „Versprich’ mir einfach, dass du dann nichts mehr machst, ja?“ und seine tief betroffene Mutter mit ziemlich dämlichem Gesichtsausdruck einfach stehen lässt.

Da es meinen Großen bislang doch so überhaupt nicht interessierte, ob, wo, wie und warum ich tätowiert bin oder nicht (wohingegen mein Kleiner ja schon jetzt einen Drachen über Rücken und Schulter entgegenfiebert, den er sich mit 18 stechen lassen will – unter Vollnarkose, wohlgemerkt *lach*), war von vornherein klar, dass und wer hier Einfluss auf meinen Ältesten ausübt. Schwiemu ist nicht nur Oma, Betreuung und Ansprechpartnerin meiner Jungs, während ich ganztags arbeiten gehe. Sie ist außerdem konservativ mit enorm hohen moralischen Wertvorstellungen. Sie ist dominant und findet im Großmutterdasein ihre ganze Erfüllung – und übt damit ohnehin Einfluss auf meine Söhne aus, ob aktiv oder passiv, ob gewollt oder ungewollt, bewusst oder unbewusst.

Erschreckt hat mich eigentlich nur die Art, in welcher mein Erstgeborener mir gewissermaßen ins Gewissen redete. Das war schon hart an der Grenze zur Bevormundung, wenn sicher auch unbeabsichtigt. Noch entlockt das mir nach angemessener Überraschung ein halbherziges Grinsen. Künftig jedoch werde ich ein schärferes Auge darauf haben und eventuellen Diskussionsbedarf an Ort und Stelle in Angriff nehmen …

Kommentare:

  1. Oh ja, liebe Kirstin!
    Das erinnert mich ja jetzt vollends an meine Ex-Schwiegerma.
    Ich erinnere mich an den Tag vor meiner Hochzeit. Sie kam zu Besuch, um mein hochschwangeres Ich mit einem passenden Rock zu umhüllen. Im Zuge dessen probierte ich dann auch gleich das passende Blüschen. Während ich da so im Unterhemd stand, entdeckte sie an meinem Oberarm mein kleines Tattoo.
    Oh je! Wenn Blicke töten könnten.
    Ich weiß genau, von dem Tag an war ich bei ihr unten durch. Während der Hochzeit und auch die Tage danach ging dann auch komischerweise alles schief, als hätte mich das Schwiegermonster verflucht. Eine Porzellanvase kippte um und zerbarst, unser gesamtes geschenkte Geld, von welchem wir uns ein Auto kaufen wollte, wurde gestohlen und mein Ex-Mann entpuppte sich nach der Hochzeit und Geburt meiner Erstgeborenen als absolute Flachpfeife.
    Ich denke noch heute daran wie mir dieses Weib auf meinen Arm starrte, und mir wird es gruselig.
    Diese Art von Einflußnahme war nur noch gruselig. Ob sie vielleicht eine Voodoo-Puppe bei sich liegen hatte?
    Ca. 2 Jahre nach diesem komischen Erlebnis starb meine Ex-Schwiegermutter qualvoll an Leberkrebs.
    Wirklich, ich habe mir dies hier nicht ausgedacht, und ich musste sofort daran denken, kaum dass ich den Post von Dir gelesen hatte.
    LG von Inken

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  2. Also ich kenne ja die Oma nicht, aber ich könnte mir genausogut vorstellen, dass der Junge Probleme hat das seinen Kumpels zu verkaufen. Vielleicht wird negativ in der Truppe über Dich geredet und da sind Kinder dann wieder empfindlich. Du bist schließlich die geliebte Mutter und Angriffe auf die Person, die man liebt, werden nur schwer verdaut.Ich würde also ruhig mal sensibel, aber intensiver Nachhaken, wie der Junge ausgerechnet jetzt darauf kommt. Nur zur Sicherheit.
    LG esmee

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  3. Jaja, hüte Dich vor den Gezeichneten!

    Da besteht sicher Klärungsbedarf, schließlich ist es Deine Sache, deinen Körper zu verzieren.
    Meine Schwiemu findet Tattoos gut, auch Piercings sind okay. Aber alles in Maßen und natürlich professionell gemacht.

    Liebs Grüßle
    Tanja, einfach geinkt und mehrfach gepierct

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