Donnerstag, 18. Juni 2026

.x steht für 10 | 05.01.2021 • 18.01.2021

X steht für 10.


Mama hat mich bekocht und jetzt ist mein Bauch voll mit Zuhause.


[ˈfʁiːdn̩], der ungestörte Ruhe Ich wünsche euch Frieden. Frieden in euren Gedanken. Frieden in eurem Tun. Frieden mit eurer Vergangenheit und eurer Gegenwart. Frieden mit anderen und mit euch selbst.


Ich hocke heulend auf dem Boden und der Kater wirft mir unablässig einen Ball an den Kopf. Die Empathie hat er eindeutig von mir.


[enɛʁˈɡiː], die mit Nachdruck, Entschiedenheit [und Ausdauer] eingesetzte Kraft, etwas durchzusetzen; starke körperliche und geistige Spannkraft, Tatkraft Ich wünsche euch Energie. Alles beginnt mit ihr. Sie bringt Bewegung in unsere Wunscherfüllung. Sie treibt unseren Mut an.


Ein Gespräch. Und das, was jemand daraus machen wird, weil ich seine Erwartungen nicht mehr erfülle. Mir graut's.


Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast. [George Bernard Shaw]


[ˈfʁɔɪ̯də], die hochgestimmter Gemütszustand; das Froh- und Beglücktsein Ich wünsche euch Freude. Freude, die von Herzen kommt und zu Herzen geht. Freude, die sich vom Kummer Tränen stiehlt, um sich farbenfroh zu entladen.


Die Unvernunft erreicht Stellen, da kommt der gesunde Menschenverstand niemals hin.


Wissenschaftler fanden heraus: Wer regelmäßig Geschlechtsverkehr hat, verbessert sein Kurzzeitgedächtnis und den Rest hab ich vergessen.


Depression ist, wenn dein Kopf eine Sprache spricht, die du nicht verstehst.

Mittwoch, 17. Juni 2026

.x steht für 10 | 02.01.2021 • 05.01.2021

X steht für 10.


Träumen ist Leben für ›Irgendwann vielleicht‹.


[t͡saɪ̯t], die Ablauf, Nacheinander, Aufeinanderfolge der Augenblicke, Stunden, Tage, Wochen, Jahre Ich wünsche euch Zeit. Für euer Tun und euer Denken. Für euch selbst und zum Verschenken. Zeit zum Freuen und zum Lachen. Zeit zum Innehalten und zum Zufriedensein.


2020 hat die Messlatte immerhin nicht hoch gelegt.


[ˈvaɪ̯shaɪ̯t], die auf Lebenserfahrung, Reife [Gelehrsamkeit] und Distanz gegenüber den Dingen beruhende, einsichtsvolle Klugheit Ich wünsche euch Weisheit. Um über den Nichtigkeiten des Lebens zu stehen. Um zu ändern, was nicht tragbar ist. Um an ihr und euch zu wachsen.


Der Verstand ist ja auch nie da, wenn man ihn gerade mal braucht.


[ɔptiˈmɪsmʊs], der Lebensauffassung, die alles von der besten Seite betrachtet; heitere, zuversichtliche, lebensbejahende Grundhaltung Ich wünsche euch Optimismus. Denn wir sind, was wir denken. Wir strahlen aus, was wir sind. Und wir ziehen an, was wir ausstrahlen.


»Willkommen in der Twitter-BDSM-Gruppe. Bitte wähle dein Safeword: Einhorn, Nutella, Mettbrötchen oder Orrr?« »Facebook.« »Raus!«


Manchmal braucht's den Zusammenbruch. Um zu begreifen, dass etwas nicht stimmte. Um zu lernen, Erschütterungen nicht zu ignorieren. Um sich zu sortieren und wieder neu zusammenzusetzen. Und zu heilen.


[ɡlʏk], das etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals Ich wünsche euch Glück. Das Glück, euer Leben zu leben. Mit Lachen, Weinen und mit Lieben. In Frieden und in Sicherheit.


Der 3,5-Jährige fragt, warum ich traurig bin. Ich erkläre ihm, dass mein Kopf gerade seine Farben verloren hat. Er denkt kurz nach, dann streichelt er über meine Tattoos. »Hier! Ich hab sie gefunden!« ›Ach, mein Schatz‹, denke ich, ›wenn's nur so einfach wäre‹. Und lächle.

Dienstag, 16. Juni 2026

.x steht für 10 | 30.12.2020 • 01.01.2021

X steht für 10.


Wie lange dauert eigentlich die Resozialisierung, wenn ich mich bei Twitter wieder abmelde?


Mein 2020 war proppenvoll mit Maske tragen, Kontaktverbot, Einschränkungen, leeren Versprechen, falschen Prophezeiungen, ernüchternden Erkenntnissen. Ach, ja! Und Corona. Corona war ja auch noch.


Der erste Kuss des neuen Jahres ist immer ein Versprechen.


Ich wünsche jedem die Ruhe, die er sucht, die Gewissheit, die er findet, die Zufriedenheit, die echt ist, das Selbst, auf das er stolz ist, die Gesundheit, die er braucht, die Liebe, die ihn ganz erfüllt. Kommt gut ins neue Jahr ♡


Silvester. 18:46 Uhr. In der Nachbarschaft werden die ersten Böller gezündet. Ich verabschiede 2020 mit einem beherzten Schrei über den Gartenzaun: »AAARSCHLOOOCH!«




Dem Leben beide Hände reichen. Um es mit sanftem Griff zu halten.


[ɡəˈzʊnthaɪ̯t], die Zustand oder bestimmtes Maß körperlichen, psychischen oder geistigen Wohlbefindens; Nichtbeeinträchtigung durch Krankheit Ich wünsche euch Gesundheit. In Zeiten wie diesen umso mehr. Zeigt Verantwortung. Haltet Abstand. Schützt euch und eure Mitmenschen.


»Natürlich schreibe ich auch Emils und Pauls Namen auf alle meine Glückwunschkarten.« »Weil du 'nen Dachschaden hast?« »Nein. Weil Katzen nicht schreiben können.«


Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr so leidenschaftlich geblasen wie eben, als ich die Kordel meines Hoodies in Brand gesteckt habe.

Montag, 15. Juni 2026

.x steht für 10 | 24.12.2020 • 29.12.2020

X steht für 10.


Ich will euch ja keinen unnötigen Feiertagsstress machen, aber in 101 Tagen ist Ostern.


Du hast dich weiterentwickelt. Denkst, du stehst nun über den Dingen, nichts kann dich mehr klein machen. Du weißt, was du geleistet hast und dir wert sein kannst. Du bist endlich stolz auf dich. Und dann reichen popelige 3 Minuten, um dich ganze 20 Jahre zurückzuwerfen.


Die Zeit läuft uns nicht davon. Wir lassen sie ungenutzt ziehen.


Wenn du denkst, da geht noch mehr, kommt irgendwo ein ›Denkste!‹ her.


[Mama und Papa kommen zum Essen] Mama: »Hast du überhaupt genug Geschirr?« Ich: »Sicher. Wieso?« Mama: »Naja, weil...« Ich: »...ich Single bin?« Mama: »Ähm, weil...« Ich: »...ich selten koche?« Mama: »Nee, weil...« Papa: »Weil de 'n Dabbes bischd unn als 's Sach falle lässd.«


Dieses Gefühl, zwar noch dabei sein zu dürfen, aber nicht mehr dazuzugehören. Das ist scheiße.


Ich habe Menschen so satt, die am gedeckten Tisch sitzen und glauben, ich müsste dankbar sein, dass ich immerhin die Krümel vom Boden lecken darf. Überfresst euch doch an eurer Selbstgerechtigkeit!


Das ›Fick dich!‹ des Jahres geht an mein Karma.


30 Jahre lang musste ich lächeln. Besonders dann, wenn mir zum Weinen war. Aus Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer. Ich bin aus diesem System ausgebrochen. Jetzt werde ich verdammt nochmal sagen, wenn es mir beschissen geht. Laut.


Ich bin eine Frau. Ich kann dir schon widersprechen, bevor du etwas gesagt hast.

Sonntag, 14. Juni 2026

.x steht für 10 | 21.12.2020 • 24.12.2020

X steht für 10.


Je breiter das Lächeln, desto mehr Schmerz lässt sich dahinter verstecken.


Oft reicht schon ein einziger stiller Moment, um das leise Klirren zu hören, wenn etwas in dir zerbricht.


›Ist schon in Ordnung, wie du bist.‹ Sollte man viel öfter zu sich selbst sagen.


Wir hocken auf der Terrasse und lamentieren über den Regen und das viel zu milde Wetter. Ich: »Es ist Ende Dezember. Da sollte eigentlich so hoch Schnee liegen.« Der Dreieinhalbjährige [winkt ab und seufzt]: »Früher war alles besser!« Er wird sicher mal ein prima Rentner.


Thema Besinnlichkeit. Sie bedeutet, eine Gemütseinstellung von Nachdenken, Ruhe und Feierlichkeit zu haben. Ich hatte in 51 Jahren noch kein einziges besinnliches Weihnachtsfest. Nicht einmal, als meine Kinder klein waren. Diese Erkenntnis stimmt mich gerade ziemlich traurig.


Es schockiert mich nach wie vor, wie einige selbst unter dem Aspekt Gesundheit und Menschenleben immer noch ihre ganz persönlichen Prioritäten setzen. Vielleicht bin ich aber auch nur ein bisschen dumm.


»Im Homeoffice sieht dich niemand weinen…« »Äh, doch. Wir sind in einer Videokonferenz und da steht ein halbvolles Glas Rosé auf deinem Schreibtisch.«


Es gibt Menschen, die dein Seelendepot in nur wenigen Stunden für viele Tage auffüllen.


»Und dein Heiligabend so?« »Ach, ich mach's mir halt allein schön besinnlich.« »Ja. Ich werde auch unterm Baum masturbieren.« Bescherung 2020.


Ich wünsche meiner Omi (94) schöne Weihnachten. Von der Terrasse aus. Mit Maske. Weihnachten 2020. Nächstes Jahr wird es wieder sein wie es immer war: Ich knutsche sie, bis sie herzlich lacht, lege mich in ihre Arme und den Kopf auf ihre Brust. Weihnachten 2021.

Samstag, 13. Juni 2026

.x steht für 10 | 16.12.2020 • 20.12.2020

X steht für 10.


Jeder Mensch ist ein gutes Beispiel. Auch dafür, wie man nicht sein will.


Es war einmal ein kleines Licht, das auszog, die Dunkelheit zu finden. Es war nicht besonders mutig oder stark, aber es trug sein Leuchten im Rucksack und die Gewissheit im Herzen, dass das Schwarz einmal ein Bunt gewesen ist, das nur vergessen hatte, wo seine Farben sind.


Wenn ich ein Gemüse wäre, dann wäre ich eine Marzipankartoffel.


Es ist nicht Corona, das mich so unfassbar müde macht. Die Covidioten sind's.


Ich hab mit Jesus gesprochen. Er sagt, sein alter Herr sei über die Weihnachtsfeiertage im Homeoffice und ihr sollt mit euren Ärschen gefälligst auch zu Hause bleiben.


Ich will ja nicht angeben, aber ich brauche weder Homeoffice noch Weihnachten, um rapide Hüftspeck anzusetzen und abends angetüddelt auf dem Sofa rumzuhängen.


Ich bin fertig. Können wir jetzt bitte einfach vorspulen? Auf 2022 oder so? Danke.


Ich kann meine Dämonen pflegen, indem ich ihnen den Raum lasse, den sie beanspruchen, um zu wachsen. Oder ich kehre ihnen den Rücken zu und werde irgendwann feststellen, dass sie zwar immer noch da, aber eben nur eine Randerscheinung sind.


Ich brauche keine Mittelfinger. Ich kann ›Fick dich!‹ lächeln.


Ihr müsst schon ein bisschen mitmachen, wenn ich hier Toptweets schreiben soll.

Freitag, 12. Juni 2026

.x steht für 10 | 12.12.2020 • 15.12.2020

X steht für 10.


Auch in dunklen Seelen flackert ein Licht.


Es ist nicht egal, was das neue Jahr für mich bringt. Es ist nur sicher, dass ich das Beste daraus machen werde.


Es ist nicht sicher, was das neue Jahr für uns bringen wird. Es ist aber sicher, dass ich meinen Beitrag leisten werde, das Beste draus zu machen.


Verkaufsverbot, aber kein generelles Böllerverbot. An alle, die jetzt freudig ihre ollen Feuerwerkskörper aus dem Keller kramen, um es trotzdem krachen zu lassen: Schiebt sie euch bitte gepflegt in euren unvernünftigen, rücksichtslosen Arsch!


»Das Leben hinterlässt eben seine Spuren.« »Das sind Kopfkissenfalten in deinem Gesicht.«


Oft sind die Dinge, die am schwersten fallen, genau die Dinge, die am nötigsten sind.


Nach 2 Jahren habe ich heute eine besondere Freundin wiedergesehen. Sie ist derzeit in der Klinik: Essstörung, Depression, Borderline. Wir haben Gedanken ausgetauscht. Ernste, tiefe, sehr schwere Gedanken. Und wir haben gelacht. Ja. Vor allem haben wir viel miteinander gelacht.


Ich denke, wir geben der Wut zu viel Raum. So hat sie zu viel negative Macht über uns. Wut kann Antrieb sein. Für Veränderungen, für die uns der nötige Mut fehlt.


»Und welche Erfolge kannst du in deinem Job aufweisen?« »Heute? Es ist kurz vor zwei, das Büro brennt nicht und ich habe immer noch niemanden getötet.«


Liebes Dr. Sommer Team, wenn wir sagen, wir schenken uns nichts, dann schenke ich auch wirklich nichts. Bin ich überhaupt eine Frau?