[ˈtantə ˈfʁiːda] @dietantefrieda 20. Dez. 2019
Das Gröbste überstehen, um dann an den Feinheiten zu scheitern.
Ich.
Immer.
Schon irre, wie viel Kraft man noch hat, wenn man denkt, man hat keine mehr. Und wenn man denkt, da ist noch genug, ist sie plötzlich weg.
Ich bin vielleicht nicht ganz richtig.
Aber ich bin garantiert nicht falsch.
Menschen, die mich immer verstehen und für alles, was ich tue, Verständnis aufbringen. Entschuldigung. Aber die sind mir suspekt.
Fick dich, Besinnlichkeit!
Ich hätte euch gerne von Glück erzählt, von Zufriedenheit, Ruhe und Sicherheit, von Gesundheit und Freude. Aber das gibt das Jahr wohl nicht mehr her.
[Heiligabend bei den Eltern]
»Bäh! Du stinkst!«
Ich hätte zur Begrüßung ja ›Frohe Weihnachten‹ gesagt. Aber als Raucher hat man's bei meiner Mama eben nicht so besinnlich.
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und seinen Gedanken beim Versinken zuzuschauen.
Mama:
»Schmeckt's, Schatz?«
Papa:
»Ja.«
Mama:
»Die Bratensoße auch?«
Papa:
»Ja. Noch ein bisschen mehr Übung und du machst sie bald fast so gut wie deine Tochter. Vielleicht.«
Diese kurzen Momente, in denen Mama sich wünscht, sie hätte mich damals zur Adoption freigegeben.
›In Gedanken bin ich bei dir.‹
Eine schöne Geste. Aber sie ersetzt nicht die Arme, die dich halten, wenn du weinst.
