Mittwoch, 20. Mai 2026

.x steht für 10 | 21.09.2020 • 24.09.2020

X steht für 10.


Nicht um verlorene Zukunft trauern, sondern dankbar sein für gelebte und geliebte Erinnerung.


Ein einziges Wort kann der Schlüssel sein, der eine Tür öffnet oder sie endgültig schließt.


Ich komme ins Bad. Der Kater rollt mit einer Pfote ganz langsam und gemächlich Klopapier ab. Ich: »Was machst du da?« Der Kater schaut mich an und rollt dann mit beiden Pfoten hektisch und in Windeseile bis zum letzten Blatt. Wieso frag ich auch so blöd?


Die drei von mir am häufigsten verwendeten Worte im alltäglichen Sprachgebrauch sind übrigens ›Entschuldigung‹, ›Danke‹ und ›Ups!‹. Ich denke, ich lass das mal so.


»Du fehlst mir«, sagte der Verstand zum Gefühl und seufzte leise. »Aber wenigstens hast du den Schmerz mitgenommen.«


Radfahrern, die morgens um halb sechs ohne Licht unterwegs sind, möchte ich gerne liebevoll einen Organspendeausweis an die Stirn nageln.


Manchmal war das Highlight deines Lebens auch nur das Licht eines Blitzers, weil du zu schnell unterwegs warst.


Dieses Gefühl, nie zu genügen, genügt dann auch mal.


Wenn jemand das Interesse an mir verliert, frage ich nicht mehr nach den Gründen. Nicht, weil ich arrogant oder borniert wäre und nicht mehr an mir arbeiten wollen würde, sondern weil ich mich endlich okay finde und nicht den Rest Selbstwert verlieren will, der mir geblieben ist.


Ich will ja nicht sagen, dass ich schwer von Begriff bin, aber ein Kompliment muss man mir schon direkt aufs innere Augenlid brennen.

Dienstag, 19. Mai 2026

.x steht für 10 | 18.09.2020 • 21.09.2020

X steht für 10.


Dass man für seine Wahrnehmung selbst verantwortlich ist, spricht den, der die Hoffnung erst entstehen lässt, nicht von einer Mitverantwortung frei. Weiß auch nicht jeder.


Ich tue mich leichter damit, Freude, Begeisterung und Zuneigung auszudrücken als Ärger und Missfallen. Die einen sagen, ich sei zu euphorisch. Meine beste Freundin nennt mich eine Naturgewalt.


Wichtig, zu wissen, wo man hingehört. Noch wichtiger, zu wissen, wo nicht.


Aufhören müssen, obwohl man noch gar nicht fertig war, ist immer scheiße. Beim Essen. Beim Sex. Und der Liebe.


Manchmal unterzieht der Verstand ein Kapitel unserer Geschichte einem sorgfältigen Lektorat. Und manchmal schreibt das Herz dann eine ganze Erinnerung um.


Freiwillig gewählte Unzufriedenheit ist doch die erbärmlichste Form der Selbstbestimmung.


Wenn's schnell genug geht, kann ich auch geduldig sein.


Gespräche, deren Vertrautheit und Intensität weder Zeit noch Entfernung unterliegen, und die in wenigen Stunden unser Seelendepot für viele Tage auffüllen. Die braucht's.


Wenn's nicht weitergeht, war's nicht unser Weg.


Nicht an den Verlusten der Vergangenheit hängen, sondern die Erinnerung an das pflegen, wofür man dankbar ist.

Montag, 18. Mai 2026

.x steht für 10 | 13.09.2020 • 18.09.2020

X steht für 10.


Achte stets darauf, dass der Mensch, der dich zum Leuchten gebracht hat, nicht der ist, der dir am Ende das Licht ausbläst.


Den Verstand trainieren, bis er stärker ist als die Emotion.


Wie ich es hasse, wenn ich wütend bin, aber weit und breit keine Zombieapokalypse in Sicht ist.


Nichts ist alles wert, wenn es nicht bis zum Ende reicht.


Ich habe es so satt, stark zu sein. Ich will wüten, schreien, toben. Ich will schluchzen, wimmern, weinen. Ich will mich in Arme fallenlassen, die mich sicher halten. Ich will mich auf einem Schoß zusammenrollen, der mich in den Schlaf wiegt. Ich will ein ›Jetzt ist alles gut‹.


»Hast du gerade meinen Arsch fotografiert?« »Nee. So viel Speicherplatz hat mein Handy nicht.« Kind abzugeben.


Es ist nicht das Ende, das ich wollte. Aber es ist das Ende, das mich will.


Irgendwann erreicht man den Punkt, an dem man erkennt, dass man viel zu lange ein Komma gesetzt hat.


Aus einem fremden Schatten heraustreten und endlich wieder das eigene Leuchten spüren. Das kann was.


Habe mir heute einen Zopf mit einem viel zu weiten Gummi gemacht. Jetzt muss ich ständig meinen Schwanz zurechtrücken. Wie so'n Kerl.

Sonntag, 17. Mai 2026

.x steht für 10 | 10.09.2020 • 13.09.2020

X steht für 10.


Die besten Geschichten beginnen mit »Setz' mal die Brille ab.«


Ich will ja nicht sagen, dass ich arg begriffsstutzig bin. Aber in der Regel merke ich erst, dass man mich mag, wenn man mir einen Heiratsantrag macht.


Ich habe mein Herz an einem milden Wintertag verloren und nie wieder danach gesucht.


Mal wieder so richtig hemmungslos leidenschaftlich, verzückt zärtlich, hingebungsvoll ungestüm, sanft bedächtig knutschen. Das wär's.


Feierabend. Ich bin mit meinen Mädels [die in summa kaum älter sind als ich] unterwegs. Danach werden wir uns im Cocktailmixen versuchen. Mein vegetatives Nervensystem schwenkt schon jetzt die weiße Fahne UND IHR WERDET DAS IN DEN NÄCHSTEN DREI TAGEN AUSBADEN MÜSSEN!


Ich biete der vegetarischen Freundin etwas von meiner Vorspeise* an. Sie: »Nein, danke.« Ich: »Du magst keine Erdnüsse?« Sie: »Überleg mal...« Ich: »Du magst keine Erdnüsse!« Lasst mich einfach zurück. *Hühnchen mit Erdnusssauce


Der unschlagbare Vorteil am Singleleben ist, dass du niemandem Rechenschaft darüber ablegen musst, wie spät und in welchen Zustand du nach Hause kommst. Außer du hast Katzen. Dann bist du wieder 16 und wohnst noch bei Mutti.


Sich bewusst für das bloße Existieren und gegen das Leben zu entscheiden, ist wohl die größte Niederlage unseres Daseins.


Witzig, wie wir immer denken, irgendwann würde es ja mal besser werden. Einen Scheiß wird es, wenn wir nichts dafür tun.


Einer der größten Fehler, die Menschen machen können, ist mir zu sagen, wie ich etwas zu empfinden habe. Es sind meine scheiß Gefühle. Und die passen sich nicht an, nur damit andere sich besser fühlen.

Samstag, 16. Mai 2026

.x steht für 10 | 07.09.2020 • 09.09.2020

X steht für 10.


Der Vorteil an Homeoffice: Du kannst arbeiten, auch wenn du krank bist. Der Nachteil an Homeoffice: Du kannst auch arbeiten, wenn du krank bist.


Wovor auch immer du Angst hast: Meistens ist es schon passiert.


Ich bin eine Frau. Wenn ich sage »Ich will es nicht wissen«, dann will ich es nicht wissen. Es sei denn, du bist ein Mann. Dann glaubst du tatsächlich, ich will es nicht wissen.


Wenn man erstmal keine Erwartungen mehr hat, sind Enttäuschungen nur noch das, was andere haben.


Ich wünschte, wir würden uns in einem anderen Leben nochmal über den Weg laufen.


Es gibt diese Momente, die dir die Endlichkeit deines Lebens deutlich machen. Die sind so viel eindringlicher als das Bewusstsein um die Vergänglichkeit von Dingen und Umständen.


Wer endgültig abschließen will, sollte darauf achten, dass es keine Drehtür ist.


Klar. Sex ist geil. Aber habt ihr schon mal jemanden angesehen und wusstet, dass es nichts Spannenderes, Schöneres und Wichtigeres als diesen einen Menschen gibt?


Ich würde ja gerne 2020 für den ganzen Scheiß in meinem Leben verantwortlich machen. Aber leider war ich's selbst, die es verkackt hat.


Meist trägt man seinen Schmerz nur ins Außen, damit er das Innen nicht zerfrisst.

Freitag, 15. Mai 2026

.x steht für 10 | 02.09.2020 • 06.09.2020

X steht für 10.


Kollege [Bauchspeck reibend]: »Ich habe ja noch meinen Nachtisch im Kühlschrank.« Ich [schmatzend]: »Denkst du.« Kollege [weint] Was denn? Er wollte eh abnehmen!


Irgendwann sind alle Antworten egal, weil es die Frage nicht mehr gibt.


Vertrauen bedeutet, jemandem auch das zu sagen, wonach er nicht fragt.


Was machen wir jetzt eigentlich mit all den angebrochenen Träumen?


Manchmal braucht der Geist eine Pause, damit die Seele wieder durchatmen kann.


In einem anderen Universum verbringe ich gerade einen fröhlichen Abend bei meinen Kollegen im Freien mit Steak und Cocktails. In diesem Universum habe ich einen melancholischen Abend bei meinen Katern auf dem Sofa mit Erkältung und Fieber. Ist das noch 2020 oder schon Karma?


An deiner Geschichte schreiben viele mit. Aber den Titel für jedes neue Kapitel bestimmst immer du selbst.


Grau ist meine Lieblingsfarbe. Bunt meine Lebenseinstellung.


Eines Morgens wachst du auf und fragst dich: »Was willst du für den Rest deines Lebens sein?«


Manche Antworten kennt man nicht. Man fühlt sie aber.

Donnerstag, 14. Mai 2026

.x steht für 10 | 30.08.2020 • 02.09.2020

X steht für 10.


Dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und sich zu fragen, was zur fucking Hölle man jetzt schon wieder falsch gemacht hat.


Und oft sind die gelöschten Tweets die ehrlichsten.


Mir wurde schon zu oft in die Hand gebissen, die ich gereicht habe. Trotzdem werde ich sie immer wieder reichen. Nur halt nicht mehr jedem.


Wenn man denkt, es geht nicht mehr, geht's trotzdem noch. Bis nichts mehr geht.


Ich bin erstaunlich lange geflogen, bis ich bemerkte, dass ich keine Flügel habe und der Wind unter ihnen nur heiße Luft war.


Der Dienstag wird Ihnen heute mit Tina Turner Gedächtnisfrisur und Alfred Tetzlaff Gemüt präsentiert.


Auf dem Pfad der Erkenntnis liegt immer irgendwo ein Legostein.


Irgendwo zwischen Hoffen und Erkennen habe ich den Glauben verloren.


Irgendwo zwischen dem, was ich sein konnte, sein wollte, sein durfte, sein sollte und sein musste, habe ich verloren, was ich bin.


Ein Egal ist auch nicht immer frei von Schmerz.