Dienstag, 21. April 2026

.x steht für 10 | 22.06.2020 • 25.06.2020

X steht für 10.


Ich bin ja für viel mehr • Kokolores • Mumpitz • Firlefanz • Tohuwabohu • Schabernack • Sapperlot • Halligalli • Schlingel • Kauderwelsch • Larifari • Schisslaweng • Techtelmechtel in unserem Sprachgebrauch.


Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen, Whisky zu trinken und Brownies zu essen.


Drei Jahre nach der ersten Krebsdiagnose bin ich wirklich tiefenentspannt. Aber dieser kurze Moment, wenn der Arzt bei der Untersuchung die Stirn runzelt, entlockt mir immer noch ein nervöses Augenzucken.


Es gibt Tweets, die würde ich auch dann noch mehrfach retweeten, wenn sie kostenpflichtig wären.


Natürlich kann man seit Wochen nur drei Stunden pro Nacht schlafen und sieht trotzdem noch aus wie der junge Morgen. Nur eben ich nicht.


»Guten Morgen.« »Warum?« »Warum nicht?« Berechtigte Frage.


»Voll schön deine Tattoos.« »Danke.« »Du bist ein richtiges Kunstwerk!« »Ruine mit Graffiti trifft's wohl eher.«


Ich will nicht auf den Arm. Ich will auf den Schoß. Nackt.


»Bist du nicht ein bisschen zu alt für so einen Blödsinn?« »Bist du nicht ein bisschen zu schmerzempfindlich für so eine Frage?«


Noch 374 Minuten bis Flauschalarm ♡²

Montag, 20. April 2026

.x steht für 10 | 18.06.2020 • 21.06.2020

X steht für 10.


Ich: »Gerade bräuchte ich wirklich ganz dringend…« Leben: »Umarme dich selbst und hör auf, zu nerven.« Ich: »Na, gut.« [schulterzuckend ab]


Mein Leben lang habe ich die Erwartungen anderer erfüllt. Bis mir bewusst wurde, dass der einzige Mensch, dem ich es Recht machen muss, der Mensch ist, den ich sehe, wenn ich in den Spiegel schaue.


Nicht nur immer werden. Endlich auch mal sein.


Mal nicht nach sich suchen, wenn man sich verloren hat, sondern einfach warten, ob man von selbst den Weg zu sich zurückfindet.


Was hier gerade passiert, macht mich sprachlos. Ich hoffe, euch ist bewusst, dass ihr der Dreck seid, durch den ihr andere zieht.


Ich stelle mir gerade vor, wie ein paar von uns in hundert oder zweihundert Jahren unter ›Zitate, Aphorismen, Lebensweisheiten‹ geführt werden: »Penis!« @ xy [1969-2070], Philosoph und Twitterer


Alles beginnt und endet mit einer Vorstellung.


Stimmungsschwankungen erreichen Stellen, da kommt ein »Hä? Was ist los?« gar nicht hin.




Der Moment, in dem sich Himmel und Hölle auftun, du einen frostigen Schweißausbruch bekommst und atemlos hyperventilierst. Das ist der Moment, wenn deine Mutter sagt: »Ich weiß. Ich kenne deinen Twitter-Account.«

Sonntag, 19. April 2026

.x steht für 10 | 15.06.2020 • 18.06.2020

X steht für 10.


Ich schwöre: Dem nächsten, der sagt, Depressionen seien nur eine Ausrede für Stimmungsschwankungen, haue ich aufs Maul und sage: »Sorry. Das war gerade die aggressiv-depressive Phase.«


Mangelnde Empathie erklärt so manche Ignoranz.


Aufmerksamkeit ist Zuneigung in kleinen Portionen.


Einen Anflug von Männergrippe gespürt. Zwei Ibus genommen und den Push up BH zurechtgerückt. Bin jetzt wieder eine Frau.


Mama: »So. Du hast jetzt Vollmacht über all unsre Konten.« Ich: »Höhö. Räume ich heute ab und sitze morgen auf Bali.« Mama: »Wir wissen, dass du das nicht tust.« Ich: »Awww!« [...] »Wegen Corona, ne?« Papa: »Das. Und weil nächste Woche deine Katzen einziehen.« Einfach Liebe.


Manche Menschen gewöhnt man sich ja auch nur ganz schwer wieder ab.


Zeiten, in denen dich das Leben überrennt. Im Stillstand.


Emotionales Burnout. Kannste dir nicht ausdenken.


Wer noch nach einem Grund sucht, mich zu blocken oder mir zu entfolgen, bitteschön: Ich halte jeden, der sich mit COVID-19 infiziert und es nicht in der Corona-Warn App einträgt, für ein rücksichtsloses Arschloch.


Mein größter Fehler im Miteinander ist vielleicht, dass ich allen Erfahrungen zum Trotz nach wie vor immer einen gesunden Menschenverstand voraussetze.

Samstag, 18. April 2026

.x steht für 10 | 11.06.2020 • 14.06.2020

X steht für 10.


Noch gar nicht bei mir. Aber wenn es grau wird in meinem Kopf, legt sich ein blauäugiger, schokoladennasiger Regenbogen auf meine Seele. Und alles ist wieder gut. Paul ♡


›Egal‹ bedeutet, dass das Gefühl für etwas verloren ging.


Der 3-jährige Patenenkelsohn: »Duuu-huuu? Weißt du, waaa-haaas? Mein Papa hat einen riesigen Dödel!« Nein. Wusste ich nicht. Und war bis heute auch sehr dankbar für diesen Mangel in meiner Vorstellungskraft.


Manchmal, wenn ich denke: ›Das hättest du dir denken können!‹, denke ich mir: ›Du denkst zu viel!‹


An manche Dinge gewöhnt man sich einfach nicht. Vielleicht, weil man genau das auch niemals sollte.


Zu wissen, dass der Schmerz kommt, macht ihn nicht erträglicher. Man ist auch nicht zwangsläufig gefasster. Man beißt nur die Zähne fester zusammen und schluckt mehr Tränen runter.


Es gibt tatsächlich Männer, die von der Vorstellung, dass auch Frauen rülpsen und pupsen, völlig verstört sind. Die sind dann bei Facebook.


Vielleicht hätte ich nach ›Liebe, gute Fee...‹ einfach die Fresse halten sollen.


Den Kopf beschäftigen. Um ihn freizubekommen.


Die Tränen unter der Dusche sind die seifigsten.

Freitag, 17. April 2026

.x steht für 10 | 06.06.2020 • 11.06.2020

X steht für 10.


Wenn jemand am Boden liegt, einfach mal dazulegen und gemeinsam die Sterne zählen.


Manchmal ist leben nicht mit dem Leben vereinbar.


[ˈtantə ˈfʁiːda] @dietantefrieda  7. Juni 2020
Dieser eine Mensch, der dir die Räuberleiter macht, damit du deine eigenen Hürden überwinden kannst. Der.


Ich bin übrigens zwei Pockenimpfnarben auf dem rechten Oberarm Jahre alt.


Die, die viel ertragen können, die die breiten Schultern haben - das sind die, vor denen immer der größte Schatten liegt.


Manchmal brauchst du zwei Arme, die dich halten und beschützen. Aber dann sind da nur deine eigenen, die du um die Beine schlingst, und du musst selbst aufpassen, dass du beim Vor- und Zurückwippen nicht zur Seite kippst.


Natürlich koche ich regelmäßig. Mal mit Wein, mal vor Wut.


»Und wie verhütest du?« »Ich beginne zu Flirten.«


Das Schönste an einem Menschen ist nicht das, was man sieht, sondern das, was man fühlt, wenn man an ihn denkt.


Dass ich falle, fällt nicht auf.

Donnerstag, 16. April 2026

.x steht für 10 | 31.05.2020 • 05.06.2020

X steht für 10.


»Wird es immer so sein?«, fragte der kleine Augenblick. »Wenn du größer und ein Moment geworden bist«, antwortete das Leben, »werden wir es wissen.«


Ja. Ich nehme die emotionalen, sozialen und psychischen Auswirkungen infolge der Be- und Einschränkungen sehr ernst. Aber nein: ›Wegen Corona...‹ ist keine Entschuldigung für alles.


Glücklich zu sein ist eine bewusste Entscheidung. Unglücklich übrigens auch.


Mama ist schwer gestürzt, erlitt u. a. eine offene Fraktur. Noch während der Krankenhausodyssee springt die Maschinerie ›Familie‹ an. Sofort übernimmt jeder diverse Aufgaben. Wir sind für Mama da. Und füreinander. Ich sage an dieser Stelle ›Ohana!‹ und bin erstmal offline.


Meine Familie. Ich hab sie mir weiß Gott nicht ausgesucht. Das Schicksal hat sie mir zugeteilt. Und das hat es verdammt gut mit mir gemeint.


Wenn ihr euch verloren hättet, wo genau würdet ihr suchen?


Wer ist eigentlich so bescheuert und stellt auf Twitter rhetorische Fragen? Oh!


Manchmal verliert man sich gar nicht. Manchmal vergisst man sich auch nur.


Nach fünf Tagen habe ich dieses blutsaugende Monster von Stechmücke endlich erwischt und an der Jalousie erschlagen. Dort lasse ich sie jetzt zum Trocknen kleben, damit ich den Kadaver später möglichst fleckenfrei abpulen kann. Meine Hausfrauenskills sind legendär.


Es gibt Tage, an denen spürst du die Müdigkeit eines ganzen Lebens.

Mittwoch, 15. April 2026

.x steht für 10 | 27.05.2020 • 31.05.2020

X steht für 10.


Nachts, wenn der Mund endlich schweigt, denkt sich der Kopf: ›Endlich komme ich auch mal zu Wort. Also, es ist so...‹


Die 4-jährige Nichte flippt jedes Mal schier aus, wenn sie mich sieht und läuft mir überall hinterher. Gerade steht sie vor mir, strahlt mich an und sagt: »Ich bin dein Grufti!« In Anbetracht meines Alters lasse ich das jetzt mal so stehen.


Dass Menschen morgens schon sprechen können, ist ja auch so eine Fehlkonstruktion der Evolution.


Intellekt fickt immer doppelt.


Eine psychische Erkrankung kann viel erklären und einiges entschuldigen. Es sei denn, du verhältst dich wie ein Arschloch. Dann bist du vermutlich auch eins.


Was lange währt, wird nicht endlich gut, sondern dauert einfach nur verdammt lange.


Mama: »Hast du die Gurke probiert?« Ich: »Ja. War super.« Mama: »Dann schmeckt sie dir?« Ich: »Woher soll ich das wissen?« Mama: »Du hast sie doch gegessen?« Ich: »Von ›essen‹ war nicht die Rede.« Mama [packt die mitgebrachten Bananen wieder ein]


Glaube stets an die Macht der Worte. Aber glaube nicht immer jedes Wort.


Zeige meiner Tante stolz mein Kräuterbeet und bin überzeugt, dass ich doch noch einen grünen Daumen bekommen habe. Ihr gutmütiges Lächeln sagt: »Ach, Süße. Ich kümmere mich heimlich um dein Beet und rette die Kräuter vor dem Tod. Freu mich, dass du dich freust. Hab dich lieb.«


Ich hatte Depression. Viele Jahre. Manchmal erinnere ich mich und werde traurig. Wegen der verlorenen Zeit. Und dann lächele ich die Angst weg. Weil ich weiß, die Dunkelheit kriegt mich nie wieder. Denn ich habe etwas, das ihr fehlt und mich stärker macht als sie: Zuversicht.