Samstag, 14. März 2026

.x steht für 10 | 08.01.2020 • 10.01.2020

X steht für 10.


Der Mensch, der dein Inneres mit einem Scheinwerfer ausleuchtet und die dunklen Ecken mit Farben füllt...


[in der Bahn] Die Schwangere mit dem bebommelten, gefiederten rosa Glitzerhandy möchte ihr Kind im Dezember bekommen, weil das ›so ein schöner Monat ist‹. Wir haben Januar. Wer sagt es ihr?


Wer befreit dich, wenn du in dir gefangen bist?


Steck mich ruhig in deine bevorzugte Schublade. Das zeigt, in welcher du wohnst.


Die beste Zigarette ist die Zigarette nach der Zigarette nach dem Essen.


Bei ›Kippe + Kinderwagen‹ könnte ich kotzen.


Mal strahlst du Gelassenheit aus. Und mal läuft sie dir aus den Augen.


Das ist kein Desinteresse. Das ist Selbstschutz.


»Ich hab' viel zu viel gegessen! Mir ist alles zu eng! Dir auch?« »Nö, untenrum bin ich noch völlig entspannt.« Was ich damit eigentlich sagen wollte: Die Hosen zwicken, die Schuhe nicht. Nachtisch geht also noch.


Man sitzt insgesamt viel zu wenig auf einem Schoß und knutscht.

Freitag, 13. März 2026

.x steht für 10 | 05.01.2020 • 08.01.2020

X steht für 10.


Die Zukunft ist immer einen Wimpernschlag nach dem Jetzt.




Liebe gute Fee, ich will nicht undankbar sein. Aber als ich sagte, ich wünsche mir mal acht Stunden Schlaf, DA MEINTE ICH AM STÜCK, UND NICHT AUF VIER NÄCHTE VERTEILT, dämliche Glitzermücke!


Es sind nie die verlorenen Träume. Es ist immer die verpasste Realität.


Mein Körper: »ICH WILL SCHLAFEN.« Mein Kopf: »2 STUNDEN REICHEN!« Mein Geist: »HÄ? WASzzzzz...?«


Ich ziehe das Ergebnislos und möchte wetten.


Einen Anfang finden, wo kein Ende ist. Schwierig.


Manchmal will ich einfach nur weg von mir.


Ich bin völlig übermüdet und extrem überreizt. Wenn also jemand einen Auftragskiller braucht: Ich erledige einen Mord. Im Schlaf. Je nachdem, was zuerst eintrifft.


Suchen wir nicht alle jemanden, der uns, wenn er nachts vom Klo kommt, behutsam wieder zudeckt, wenn wir uns im Schlaf freigestrampelt haben?

Donnerstag, 12. März 2026

.x steht für 10 | 03.01.2020 • 05.01.2020

X steht für 10.


Ich bin nicht verbittert. Ich bin nur entsüßt.


FaceTime-Anruf bei Omi: Ich unterhalte mich wechselweise mit der Lampe, der Gardine und ihren Augenbrauen. Je. Des. Mal.


Eigentlich wollte ich in mich gehen. Aber ich kenn mich dort nicht mehr aus.


Mondlicht ist Erinnerung, Sternenlicht sind Träume, Sonnenlicht ein Versprechen.


Und dann kannst du nicht sagen ›Ich kann nicht mehr‹, weil alle anderen auch nicht mehr können, und machst, was alle anderen auch machen: Weiter.


Welches Herz entscheidet über Falsch und Richtig?


Nicht aus jedem Schmerz lernen wir. Aber manchmal verändert er unsere Sicht auf seine Ursache.


Morgens sehe ich ja immer aus wie frisch ausgepackt. Aus einem viel zu kleinen Schuhkarton. Einseitig zerknittert, mit Liegefalten und Dellen von der Luftpolsterfolie. Ich bin ein Geschenk!


Ich besuche jetzt Omi. Also haut alle dreckigen Witze raus, die ihr kennt. Omi möchte unterhalten werden.


Irgendwo zwischen Freude und Traurigkeit, zwischen Hoffnung und Enttäuschung, zwischen Nähe und Distanz, zwischen Sanftmut und Wut, zwischen Verständnis und Fassungslosigkeit, habe ich mich verloren.

Mittwoch, 11. März 2026

.x steht für 10 | 01.01.2020 • 02.01.2020

X steht für 10.


»Ich werde auferstehen wie Phönix aus der Asche!« [schaut in den Spiegel] [räuspert sich] [revidiert] »Ich werde auferstehen wie Truthahn aus dem Bratenfett!«


Neujahrstag: Ohren zu. Hals dick. Nase voll. Kopf leer. 2020? Willst du mir irgendwas sagen?


Um einem Suchenden den Raum zu geben, den er braucht, darf man selbst darin keinen Platz einnehmen. Bis er sich gefunden hat.


Die eigenen Gedanken sind manchmal eine beschissene Gesellschaft.


Ich habe meinen Eltern zu Weihnachten eine Alexa geschenkt und seitdem nichts mehr von ihnen gehört. Vermutlich haben sie jetzt eine neue Tochter.


Ich hab' mich nicht verloren. Ich hab' mich nur verlegt.


Welch tröstlicher Gedanke, dass etwas, das sich so falsch anfühlt, letztlich richtig ist, damit es gut wird.


Cousin: »Du warst auch schon mal witziger.« Ich: »Ich weiß.« Omi [murmelt mit diesem allwissenden, fürsorglichen Großmutterblick]: »...aus einem traurigen Arsch kommt nun mal kein fröhlicher Furz...«


Nie gewonnen und doch verloren.


Das Gefühl, nie wieder hoffen zu können, wenn ich mit dieser Hoffnung fertig bin. Das nicht.

Dienstag, 10. März 2026

.x steht für 10 | 29.12.2019 • 31.12.2019

X steht für 10.


Was am Ende zählt, ist, dass du niemals bereust, diesen einen Menschen in dein Leben und dein Herz gelassen zu haben.


Das ist ja das Ding mit den Gefühlen: Dass sie nur schwer mit der Vernunft in Einklang zu bringen sind.


Man muss den Grund ebnen, um aus einem Strudel zu kommen.


Es sind die Scherben, die du spürst, wenn dein Herz sticht, weil etwas in dir zerbrochen ist.


Am Ende eines Jahres sollte immer etwas Konfetti liegen.


Am Anfang eines Jahres sollte immer etwas Glitzer liegen.


Für die einen ist er ein Tag wie jeder andere. Für die anderen Grund zum Feiern. Für mich ist der Jahreswechsel Symbol für das, was ich im alten Jahr zurücklasse und was mit mir ins neue geht.


»Das nächste Jahr wird anders aussehen!« »Klar. Es steht dann 20 am Ende.«


Ich wünsche jedem die Ruhe, die er sucht, die Gewissheit, die er findet, die Zufriedenheit, die echt ist, das Selbst, auf das er stolz ist, die Gesundheit, die er braucht. die Liebe, die ihn ganz erfüllt. Kommt gut ins neue Jahr ♡



Montag, 9. März 2026

.x steht für 10 | 26.12.2019 • 29.12.2019

X steht für 10.


Omi sagt immer: »Totgesagte leben länger.« Omi ist 93 und seit 70 Jahren schwer herzkrank. Sie weiß, wovon sie spricht.


Weihnachten mit ›Vom Winde verweht‹ Ich [performe Scarlett O'Hara]: »Gott ist mein Zeuge. Sie werden mich nicht unterkriegen. Ich werde dies überleben und wenn es vorüber ist, dann will ich nie wieder hungern!« Auch ich: »Bööörps!«




Ich habe nur einen guten Vorsatz 2020: Leben.


Im nächsten Leben mach' ich was mit mehr Hakuna Matata.


Ich wünsche mir einen Traum, der vor der Wirklichkeit Bestand hat.


Ich möchte jetzt bitte bis Jahresende durchschlafen und mit einem Silvesterkuss geweckt werden.


Omi (93): »Ich habe Zähne wie Sterne.« Assistenzarzt: »So glänzend?« Omi: »Nee. Nachts kommen sie raus.« Sie flirtet doch schon wieder. Oder?


Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcennutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der Beteiligten gewährleistet werden soll. Gilt nur selten für Worte und Gefühle. Leider.


»Gib Gas, Kind. Es gibt dumme Menschen. Und es gibt die, die bergauf bremsen.« Omi (93) zieht das Motivationstraining voll durch.

Sonntag, 8. März 2026

.x steht für 10 | 20.12.2019 • 25.12.2019

X steht für 10.


Das Gröbste überstehen, um dann an den Feinheiten zu scheitern. Ich. Immer.


Schon irre, wie viel Kraft man noch hat, wenn man denkt, man hat keine mehr. Und wenn man denkt, da ist noch genug, ist sie plötzlich weg.


Ich bin vielleicht nicht ganz richtig. Aber ich bin garantiert nicht falsch.


Menschen, die mich immer verstehen und für alles, was ich tue, Verständnis aufbringen. Entschuldigung. Aber die sind mir suspekt.




Ich hätte euch gerne von Glück erzählt, von Zufriedenheit, Ruhe und Sicherheit, von Gesundheit und Freude. Aber das gibt das Jahr wohl nicht mehr her.


[Heiligabend bei den Eltern] »Bäh! Du stinkst!« Ich hätte zur Begrüßung ja ›Frohe Weihnachten‹ gesagt. Aber als Raucher hat man's bei meiner Mama eben nicht so besinnlich.


Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und seinen Gedanken beim Versinken zuzuschauen.


Mama: »Schmeckt's, Schatz?« Papa: »Ja.« Mama: »Die Bratensoße auch?« Papa: »Ja. Noch ein bisschen mehr Übung und du machst sie bald fast so gut wie deine Tochter. Vielleicht.« Diese kurzen Momente, in denen Mama sich wünscht, sie hätte mich damals zur Adoption freigegeben.


›In Gedanken bin ich bei dir.‹ Eine schöne Geste. Aber sie ersetzt nicht die Arme, die dich halten, wenn du weinst.