Sonntag, 21. Juni 2026

.x steht für 10 | 29.01.2021 • 14.02.2021

X steht für 10.


[Radio-Werbung LOTTO] Mann: »Für 2.500 Euro muss ich ganz schön schuften.« Frau: »Ach, ja? Ich musste nur ein Mal rubbeln.« Und jetzt hab ich Bilder im Kopf.


Ich bin so müde vom ab und zu auftauchen können, nur um dann wieder in mir zu ertrinken.


Vielleicht muss der Geist erst brechen, damit die Seele sich wieder erholen kann.


Ich gehe jetzt zu dem Menschen, der mich nie weniger lieben wird, auch wenn es schwierig ist. Der gelernt hat, mir zu verzeihen, um meinetwillen. Der mir treu ist und mich nicht verrät. Der bei mir bleiben will. Ich hoffe, ich komme bald bei mir an.


Ich will nicht sagen, dass es in meiner Wohnung sehr kalt ist. Aber ich spare jede Menge Taschentücher, seit ich die Schnodderzapfen einfach von der Nasenspitze abbrechen kann.


Die Kater haben scheinbar gerade sowas wie Frühlingserwachen. Jedenfalls kommt's mir vor, als hätte ich zwei hyperaktive Kinder zu hüten. Oder einen Mann in der Midlife Crisis.


Der Schlüssel zum Glück ist manchmal, gemeinsam eine Tür abzuschließen. Der eine von innen, der andere von außen.


Leute? Macht Valentinstag bloß keinen Scheiß! Ohne alkoholgeschwängerte Untervögelungstweets können wir den Laden hier dicht machen.


»Ich liebe dich« hat so viel Macht. Das ist das Gute daran. Das ist das Schlechte daran.


Steuererklärung gemacht. Entweder ich bekomme 81.734 Euro zurück oder ich hab irgendwo ein Komma vergessen.

Samstag, 20. Juni 2026

.x steht für 10 | 24.01.2020 • 28.01.2021

X steht für 10.


Du machst mich glücklich. Geh weg!


Die Frau, die ich bin, war drei Jahrzehnte weggesperrt. Dann ließ ich sie frei. Und jetzt ist auch sie verschwunden.


Es war einmal ein kleines Licht. Es suchte nach den verlorenen Farben des Bunts. Als es sie fand, badete es in ihnen. Voller Wonne und Zuversicht. Es vergaß, dass es nicht schwimmen konnte. Und so ertrank das kleine Licht und strandete in der Dunkelheit. Es war seine Dunkelheit.


Vielleicht war dieses ›eines Tages‹ schon und wir haben's einfach verpasst.


Einem Menschen das Leben zu schenken, bedeutet nicht, immer Teil davon bleiben zu können.


Anstatt sich zu paaren, erwürgen manche weiblichen Tintenfische das Männchen und verspeisen es. Kann ich echt nachvollziehen.


Maske und Mindestabstand schränken weder Höflichkeit, noch Hilfsbereitschaft ein. Nur mal so.




Die Frage ist nicht mehr, wie tief man noch fällt, sondern wie lange.


Die Zwischenträume mit Erleben füllen.

Freitag, 19. Juni 2026

.x steht für 10 | 19.01.2021 • 23.01.2021

X steht für 10.


Ich bin eine Frau. Ich kann ein schlichtes »Ja!« so formulieren, dass ein Mann nur noch »Hä?« sagen kann.


Für mehr ›Scheiß drauf, wir probieren's‹ und weniger ›Das wird doch sowieso nicht funktionieren‹.


Wenn ich die ultimative Verachtung spüren will, zerreiße ich Kartons vor den Augen meiner Kater.


Merke: Bevor man den Drucker anranzt, was denn jetzt schon wieder sein fucking Problem ist und ihm Schläge mit dem Registraturlocher androht, wenn er nicht sofort das verdammte Papier ausspuckt, sollte man sicherstellen, dass man den Druckauftrag auch tatsächlich erteilt hat.


Ich schaue ›The Walking Dead‹ und alle paar Minuten platzt aus mir raus: »Himmelarschundzwirn! Rafft's doch endlich! Ihr habt 'ne scheiß Pandemie! TRAGT MASKE UND HALTET ABSTAND!«


Wo Einsicht die Segel streicht, hisst der Hass die Flagge.


Freundschaft ist die Jogginghose der zwischenmenschlichen Beziehungen.


Damals, als wir Musik vom Radio aufgenommen und gehofft haben, dass keiner reinquatscht. Bei Beziehungen ist das heute noch so.


Niemand soll meine Kämpfe für mich austragen. Aber er darf mich gerne mit Schild und Schwert begleiten.


Ich verletze und enttäusche. Ich sollte keine Menschen mehr in mein Leben lassen.

Donnerstag, 18. Juni 2026

.x steht für 10 | 05.01.2021 • 18.01.2021

X steht für 10.


Mama hat mich bekocht und jetzt ist mein Bauch voll mit Zuhause.


[ˈfʁiːdn̩], der ungestörte Ruhe Ich wünsche euch Frieden. Frieden in euren Gedanken. Frieden in eurem Tun. Frieden mit eurer Vergangenheit und eurer Gegenwart. Frieden mit anderen und mit euch selbst.


Ich hocke heulend auf dem Boden und der Kater wirft mir unablässig einen Ball an den Kopf. Die Empathie hat er eindeutig von mir.


[enɛʁˈɡiː], die mit Nachdruck, Entschiedenheit [und Ausdauer] eingesetzte Kraft, etwas durchzusetzen; starke körperliche und geistige Spannkraft, Tatkraft Ich wünsche euch Energie. Alles beginnt mit ihr. Sie bringt Bewegung in unsere Wunscherfüllung. Sie treibt unseren Mut an.


Ein Gespräch. Und das, was jemand daraus machen wird, weil ich seine Erwartungen nicht mehr erfülle. Mir graut's.


Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast. [George Bernard Shaw]


[ˈfʁɔɪ̯də], die hochgestimmter Gemütszustand; das Froh- und Beglücktsein Ich wünsche euch Freude. Freude, die von Herzen kommt und zu Herzen geht. Freude, die sich vom Kummer Tränen stiehlt, um sich farbenfroh zu entladen.


Die Unvernunft erreicht Stellen, da kommt der gesunde Menschenverstand niemals hin.


Wissenschaftler fanden heraus: Wer regelmäßig Geschlechtsverkehr hat, verbessert sein Kurzzeitgedächtnis und den Rest hab ich vergessen.


Depression ist, wenn dein Kopf eine Sprache spricht, die du nicht verstehst.

Mittwoch, 17. Juni 2026

.x steht für 10 | 02.01.2021 • 05.01.2021

X steht für 10.


Träumen ist Leben für ›Irgendwann vielleicht‹.


[t͡saɪ̯t], die Ablauf, Nacheinander, Aufeinanderfolge der Augenblicke, Stunden, Tage, Wochen, Jahre Ich wünsche euch Zeit. Für euer Tun und euer Denken. Für euch selbst und zum Verschenken. Zeit zum Freuen und zum Lachen. Zeit zum Innehalten und zum Zufriedensein.


2020 hat die Messlatte immerhin nicht hoch gelegt.


[ˈvaɪ̯shaɪ̯t], die auf Lebenserfahrung, Reife [Gelehrsamkeit] und Distanz gegenüber den Dingen beruhende, einsichtsvolle Klugheit Ich wünsche euch Weisheit. Um über den Nichtigkeiten des Lebens zu stehen. Um zu ändern, was nicht tragbar ist. Um an ihr und euch zu wachsen.


Der Verstand ist ja auch nie da, wenn man ihn gerade mal braucht.


[ɔptiˈmɪsmʊs], der Lebensauffassung, die alles von der besten Seite betrachtet; heitere, zuversichtliche, lebensbejahende Grundhaltung Ich wünsche euch Optimismus. Denn wir sind, was wir denken. Wir strahlen aus, was wir sind. Und wir ziehen an, was wir ausstrahlen.


»Willkommen in der Twitter-BDSM-Gruppe. Bitte wähle dein Safeword: Einhorn, Nutella, Mettbrötchen oder Orrr?« »Facebook.« »Raus!«


Manchmal braucht's den Zusammenbruch. Um zu begreifen, dass etwas nicht stimmte. Um zu lernen, Erschütterungen nicht zu ignorieren. Um sich zu sortieren und wieder neu zusammenzusetzen. Und zu heilen.


[ɡlʏk], das etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals Ich wünsche euch Glück. Das Glück, euer Leben zu leben. Mit Lachen, Weinen und mit Lieben. In Frieden und in Sicherheit.


Der 3,5-Jährige fragt, warum ich traurig bin. Ich erkläre ihm, dass mein Kopf gerade seine Farben verloren hat. Er denkt kurz nach, dann streichelt er über meine Tattoos. »Hier! Ich hab sie gefunden!« ›Ach, mein Schatz‹, denke ich, ›wenn's nur so einfach wäre‹. Und lächle.

Dienstag, 16. Juni 2026

.x steht für 10 | 30.12.2020 • 01.01.2021

X steht für 10.


Wie lange dauert eigentlich die Resozialisierung, wenn ich mich bei Twitter wieder abmelde?


Mein 2020 war proppenvoll mit Maske tragen, Kontaktverbot, Einschränkungen, leeren Versprechen, falschen Prophezeiungen, ernüchternden Erkenntnissen. Ach, ja! Und Corona. Corona war ja auch noch.


Der erste Kuss des neuen Jahres ist immer ein Versprechen.


Ich wünsche jedem die Ruhe, die er sucht, die Gewissheit, die er findet, die Zufriedenheit, die echt ist, das Selbst, auf das er stolz ist, die Gesundheit, die er braucht, die Liebe, die ihn ganz erfüllt. Kommt gut ins neue Jahr ♡


Silvester. 18:46 Uhr. In der Nachbarschaft werden die ersten Böller gezündet. Ich verabschiede 2020 mit einem beherzten Schrei über den Gartenzaun: »AAARSCHLOOOCH!«




Dem Leben beide Hände reichen. Um es mit sanftem Griff zu halten.


[ɡəˈzʊnthaɪ̯t], die Zustand oder bestimmtes Maß körperlichen, psychischen oder geistigen Wohlbefindens; Nichtbeeinträchtigung durch Krankheit Ich wünsche euch Gesundheit. In Zeiten wie diesen umso mehr. Zeigt Verantwortung. Haltet Abstand. Schützt euch und eure Mitmenschen.


»Natürlich schreibe ich auch Emils und Pauls Namen auf alle meine Glückwunschkarten.« »Weil du 'nen Dachschaden hast?« »Nein. Weil Katzen nicht schreiben können.«


Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr so leidenschaftlich geblasen wie eben, als ich die Kordel meines Hoodies in Brand gesteckt habe.

Montag, 15. Juni 2026

.x steht für 10 | 24.12.2020 • 29.12.2020

X steht für 10.


Ich will euch ja keinen unnötigen Feiertagsstress machen, aber in 101 Tagen ist Ostern.


Du hast dich weiterentwickelt. Denkst, du stehst nun über den Dingen, nichts kann dich mehr klein machen. Du weißt, was du geleistet hast und dir wert sein kannst. Du bist endlich stolz auf dich. Und dann reichen popelige 3 Minuten, um dich ganze 20 Jahre zurückzuwerfen.


Die Zeit läuft uns nicht davon. Wir lassen sie ungenutzt ziehen.


Wenn du denkst, da geht noch mehr, kommt irgendwo ein ›Denkste!‹ her.


[Mama und Papa kommen zum Essen] Mama: »Hast du überhaupt genug Geschirr?« Ich: »Sicher. Wieso?« Mama: »Naja, weil...« Ich: »...ich Single bin?« Mama: »Ähm, weil...« Ich: »...ich selten koche?« Mama: »Nee, weil...« Papa: »Weil de 'n Dabbes bischd unn als 's Sach falle lässd.«


Dieses Gefühl, zwar noch dabei sein zu dürfen, aber nicht mehr dazuzugehören. Das ist scheiße.


Ich habe Menschen so satt, die am gedeckten Tisch sitzen und glauben, ich müsste dankbar sein, dass ich immerhin die Krümel vom Boden lecken darf. Überfresst euch doch an eurer Selbstgerechtigkeit!


Das ›Fick dich!‹ des Jahres geht an mein Karma.


30 Jahre lang musste ich lächeln. Besonders dann, wenn mir zum Weinen war. Aus Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer. Ich bin aus diesem System ausgebrochen. Jetzt werde ich verdammt nochmal sagen, wenn es mir beschissen geht. Laut.


Ich bin eine Frau. Ich kann dir schon widersprechen, bevor du etwas gesagt hast.