Posts mit dem Label Bessungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bessungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 24. Juli 2025

.die jägermeisterinnen | eat the world tour bessungen • 18.07.2025 #4

Der letzte kulinarische Point war Mr. Pepper's by Whiskykoch. Seit 2007 gibt’s den Whiskykoch in Darmstadt-Bessungen. Zu Beginn war es lediglich ein Laden mit sporadischen Tastings und Dinnern. Dann folgten mehr und mehr Dinner und irgendwann die Frage aus dem Kundenkreis: „Kann man nicht einfach so abends zu Euch essen kommen?“ Chris' Ein-Wochen-Restaurant bestand die Feuerprobe und so war es Zeit für einen weiteren Schritt. Am 17.01.2018 eröffnete das Mr. Pepper’s by Whiskykoch Restaurant. Neben den weiterhin zu festen Terminen stattfindenden Whisky Dinnern und Tastings gibt das Restaurant nun die Möglichkeit, auch an anderen Tagen der Woche das Konzept zu genießen. Dabei darf gerne, muss aber nicht, Whisky genossen werden. Weine, Biere und andere Getränke stehen ebenfalls auf der Karte.




Inzwischen ein Mü angetüdelt, aber verdammt hungrig machten wir Mädels uns nach Abschluss der eat the world Tour auf den Weg zum Karolinenplatz. Dort fand erstmals in Darmstadt das Festival Foodtruckmeile statt. Dummerweise hatten wir uns den unleckersten Truck für die Hauptmahlzeit ausgesucht. Glücklicherweise gönnten wir uns dazu den leckersten Algensalat ever. Ich habe ihn übrigens zum allerersten Mal überhaupt probiert und bin völlig hin und weg. Yummy!



Bevor es zum ganz entspannten Teil des Nachmittags und Abends ging, drehten wir noch eine Runde mit Tyson, Binas Liebling. Meiner übrigens auch.


Auf Agnes' Balkon ließen wir den wie gewohnt fantastischen Jägermeisterinnentag bei Getränken, Leckereien, Spiel und Quatschen bis in die Nacht ausklingen.



Als hätte es so sein sollen, sprang mir eine Postkarte an Agnes' Kühlschrank ins Auge und appellierte auf nötig schmerzliche Weise an meinen aktuellen emotionalen Zustand.

Um Mitternacht machten Bina und ich uns auf unsere jeweilige Heimfahrt. Dank Schienenersatzverkehr war ich mit Fahrt- und Umstiegezeiten um zwei Uhr dann auch endlich mal zu Hause. 

.die jägermeisterinnen | eat the world tour bessungen • 18.07.2025 #3

Auf unserer eat the world Tour durch Bessungen erreichen wir den zweiten kulinarischen Point. Zusammen mit dem Café Fräulein Mondschein eröffnete Thildas Eis im Mai eine Filiale in der früheren Bäckerei an der Orangerie. Die kleine Eismanufaktur aus Bensheim ist bekannt für ihr Eis in ausgefallenen Geschmacksrichtungen. Das Eis wird frisch produziert, nach traditioneller Herstellung und mit regionalen Zutaten im eigenen Eislabor. Wir waren begeistert!




Mit den nächsten Stop erwartete uns ein verstecktes Kleinod im Hinterhof samt Weinkeller. Von autochthonen Rebsorten haben viele schon mal gehört, wissen aber sicher nicht, dass es davon in Italien 300 und weitere 350 in Gendatenbanken gibt. Diese geschmackliche Vielfalt ihren Kunden zu eröffnen, haben sich Adelheid und Lenz, die Besitzer der Enoteca Ombretta, auf die Fahne geschrieben.


Unterstützt werden sie dabei von Leo & Co., welche die gemeinsame Weinprobe umso wohlfühlender gestalteten.


Adelheid und Lenz, die die Enoteca aus kleinen Anfängen heraus seit 2011 betreiben, sind ständig daran, kulinarische Kombinationen zu verfeinern. Und eben auch ihr Garten ist bereits ein Genuss.







to be continued...


.die jägermeisterinnen | eat the world tour bessungen • 18.07.2025 #2

Und weiter geht's auf unserer eat the world Tour durch Bessungen.

Wirk kommen am Henkershaus an. Das Fachwerkhaus aus dem Jahr 1744 bildet zusammen mit dem Haus Niederstraße 3 den nördlichen Eingang in den alten dörflichen Bereich Bessungens. Es ist ein typisches Beispiel für die im 18. Jahrhundert von Bessunger Bürgern errichteten größeren Fachwerkbauten. Bewohnt wurde das Henkershaus von den Scharfrichterfamilien Molter und Schönbein. Das geschnitzte Wappen am Türrahmen der Eingangstür stammt aus der Entstehungszeit und zeigt eine nach unten hängende Blüte einer Glockenblume und zwei Kugeln darunter. Es ist nicht eindeutig geklärt, ob es sich dabei um das Familienwappen der Familie Schönbein handelt oder ob die Glockenblume die Todesglocke und die zwei Kugeln zu Boden fallende Blutstropfen versinnbildlichen. Das Wohnhaus wurde 1981 renoviert und die Gauben auf dem Dach ergänzt. Bis heute dient das Gebäude Wohnzwecken.


Tatsächlich habe ich dies als alte, stillgelegte Wäscherei in Erinnerung, bin mir aber nicht mehr sicher. Selbst Tante Google lässt mich bezüglich des kleinen Turms gegenüber des Henkershauses im Stich. Also habe ich nur ein Bild, keine Info dazu.

Um das schmuckvolle, schmiedeeiserne Eingangstor ranken sich zahlreiche Geschichten, von denen ich mir gar nicht alle merken konnte ..die schrumpeligen Synapsen halt.. und auch im Netz so gut wie nichts gefunden habe. Es stammt auf jeden Fall von irgendwo anders her und wurde kurzerhand aus der Notwendigkeit heraus hier verbaut. Kurz nach der Sanierung wurde es von einem LKW zerstört und  musste gleich wieder saniert werden. Seitdem ist es stetig verschlossen; eine Durchfahrt ist durch dieses Tor nicht mehr möglich.

Schaut man durch das Eingangstor, blickt man direkt auf den Bessunger Leuchtturm. Der kleine Turm ist ein Wahrzeichen Bessungens, gebaut in Erinnerung an den Anschluss an die Elektrizität. Er war seit 1909 eine gasbetriebene Laterne und stand damals bereits am heutigen Platz.

Die Orangerie, Ansicht von Norden. 

Wir schlendern weiter ins Ludwigshöhviertel, in dem sich viele, herrliche, uralte Fachwerkhäuser befinden und bewundert werden können. 

Das erste Gebäude, beispielsweise, ist ein Fachwerkhaus in der Ludwigshöhstraße 3. Es wurde 1708 erbaut und diente lange Zeit als Bäckerei, erkennbar an einem Bäckerzeichen in der Hauswand. Im Jahr 1980 wurde das Haus außen renoviert und innen modernisiert. Bei dieser Renovierung wurde auch eine Wetterfahre auf dem Dach angebracht, die die Jahreszahl der Renovierung und das Wappentier von Bessungen, den Lapping, zeigt.




Am Schwimmbad vorbei geht's zurück in die Orangerie. Die um 1720 erbaute Orangerie ist ein vom Architekten Louis Remy de la Fosse entworfenes barockes Schlossgebäude. Ursprünglich diente es als Winterherberge für kälteempfindliche Zitrusgewächse, die in den Sommermonaten die umliegenden Parkanlage schmückten. Erbaut wurde das Gebäude mit einem nach Süden geöffneten, zweigeschossigen Saal, den eingeschossige Räume umgeben. Der sich daran anschließende Orangeriepark wurde unter Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt vom kurpfälzischen Hofgärtner J. K. Ehret aus Heidelberg gestaltet. Die symmetrische barocke Anlage besteht aus dreifach gestuften Gartenparterres, breiten Achsen mit Fontänen und umrandenden Alleen. Den nördlichen Abschluss bildet das Sandsteintor des ehemaligen Marktpalais. 1742 besuchte der Herzog von Croÿ Darmstadt. Zusammen mit den Söhnen des Landgrafen besichtigte er das kleine Schloss in Bessungen, eine halbe Meile vor der Stadt, und die Orangerie, die gerade im Bau war. Er lobte die 60 Orangenbäume und die Gewächshäuser mit ihren exotischen Pflanzen.

Nach einer Feuersbrunst im Jahr 1774 wurde die Orangerie 1782 von dem Bessunger Baumeister Johann Martin Schuhknecht neu aufgebaut. Man betonte den Anspruch, das Gebäude möglichst originalgetreu wiederherzustellen, jedoch wurde das Dach um 1,5 m erhöht und der Bau damit ein ganzes Stück massiver als von de la Fosse geplant.

Die Öffentlichkeit erhielt erst um 1802 Zugang zur Parkanlage. In den darauffolgenden Jahren fanden im Orangeriegarten vermehrt auch öffentliche Veranstaltungen statt. Zuvor dienten das Gelände und die Orangerie ausschließlich der höfischen Gesellschaft für Feste und Zusammenkünfte. Die öffentliche Nutzung wurde beibehalten, als der Garten 1925 zusammen mit der Orangerie auf 99 Jahre an die Stadt Darmstadt verpachtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Orangerie nach der Zerstörung des städtischen Theaterbaus zeitweise als Ausweichquartier für das Landestheater Darmstadt. Die Akten der für diese Nutzung bis 1972 von der Stadt durchgeführten Umbauarbeiten befinden sich im Stadtarchiv Darmstadt. Die Anbauten wurden jedoch nach dem Auszug des Landestheaters 1972 wieder entfernt, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

Das Orangeriegebäude wird heute für Konzerte, Tagungen und Verkaufsveranstaltungen genutzt.



to be continued...

Dienstag, 22. Juli 2025

.die jägermeisterinnen | eat the world tour bessungen • 18.07.2025 #1

Schon letztes Jahr hatten Bina und ich Agnes einen Gutschein für eine eat the world Tour zum Geburtstag geschenkt, letzten Freitag lösten wir ihn dann endlich ein. 

Die eat the world Tour ist eine kulinarische Stadtführung, die in der Regel abseits der typischen Touristenpfade stattfindet. Laut eat the world werden dabei verschiedene Stadtviertel mit allen Sinnen erkundet, wobei lokale Spezialitäten probiert und interessante Geschichten über die jeweilige Stadt vermittelt werden. 

Eine kulinarische Entdeckungsreise also. Die Tour beinhaltet Verkostungen von lokalen Spezialitäten in inhabergeführten Geschäften und Restaurants, sodass man die Vielfalt der regionalen Küche kennenlernt. Neben des Essen (und auch Trinken) erfährt man in einer Gruppe von sechs bis zwölf Personen durch die lokalen Guides Wissenswertes über die Geschichte, Architektur und Besonderheiten des jeweiligen Stadtteils und erhält ein paar Insidertipps. Die Touren führen durch weniger bekannte Viertel, sodass man die Stadt auf authentische und individuelle Weise erleben kann.

Kurz gesagt: Eine eat the world Tour ist eine Mischung aus kulinarischem Genuss und kulturellem Erleben, die eine Stadt oder einen Stadtteil auf eine besondere Art und Weise näher bringt.

Auf dem Weg zum Treffpunkt der Tour kommen wir zu meiner großen Freude an einem meiner liebsten Pokéstops vorbei. Ich sehe das Gebäude sonst nur in der App als Postkarte. Kleine Bühne Bessungen. Diese ist ein Veranstaltungsort, der vom Projekt Jugend & Theater Darmstadt e. V. für Musical-Aufführungen und andere Theaterprojekte genutzt wird. Hab ich das also auch mal erfahren.

Treffpunkt war der Brunnen am Forstmeisterplatz, auch Brunnebütt und Brunnebitt genannt, den ich dumme Nuss natürlich zu fotografieren vergessen habe. Meh!

Wir haben zunächst viel über einen der schönsten, womöglich tatsächlich dem schönsten Stadtteil Darmstadts erfahren. Bis 1888 war Bessungen eine eigenständige Gemeinde. Der Ruf als ältester Teil Darmstadts geht auf Bessungens Ersterwähnung im Jahr 1002 zurück. Dies gilt aber nur für den Kernbereich Darmstadts, da der im 20. Jahrhundert eingemeindete Vorort Eberstadt bereits früher erwähnt wurde. Tatsächlich gegründet wurde Bessungen wohl im 5. Jahrhundert von den Alamannen.

Wir starten zunächst Richtung Orangerie. Dort treffen wir vor dem Jazzinstitut auf "The Saxophonist", der in seine Musik vertieft ist. Die Skulptur wurde 2004 von Hartmut Pfeil geschaffen und ist eine Hommage an die Jazzmusik und ihre Musiker.


Weiter geht's zum ersten kulinarischen Point. Seit 2011 bringt die in Klein-Zimmern beheimatete Familie Geibel mit ihrem Stadtladen den klassischen Hofladen auch nach Bessungen. Die Idee dahinter: Wenn der Städter nicht aufs Land kommt, kommt der Landwirtin die Stadt. Wir verkosten Marmeladenbrot, Obst und Apfelsaft.





Weiter geht's in den Prinz-Emil-Garten. Dort steht das Prinz-Emil-Schlösschen, ein kleines Gartenpalais, das von 1775 bis 1778 im Auftrag seines ersten Besitzers Friedrich Karl von Moser in zentraler Lage in einer schon 1772 nach englischem Vorbild errichteten Gartenlandschaft errichtet wurde, dem heutigen Prinz-Emil-Garten. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Bombardierung Darmstadts ausgebrannt, wurde es bis 1950 renoviert und dient heute als Nachbarschaftshaus den Bessunger Einwohnern als Begegnungsstätte.




Steffi, unser Guide bei der dreistündigen sowie drei Kilometer langen Stadtführung, hat uns sensationelle Einblicke unterhaltsam vermittelt. Sie ist ein Bessunger Mädsche, ein Lapping. Und das ist keinesfalls ein Schimpfwort! Die Bessunger sind stolz auf ihren Namen.

Das Bessunger Wappen zeigt den Dreifuß, einen Gerichtsstuhl. Das Leimdibbsche (Leimtöpfchen) und der Lapping (Wildkaninchen) sind Wahrzeichen Bessungens. Der Legende zufolge scheiterte Landgraf Georg I. um 1570 mit einem ersten Versuch der Ansiedlung von Wildkaninchen, da sie alle vom Fuchs geholt wurden. Ein zweiter Versuch schlug ins Gegenteil aus, die Kaninchen vermehrten sich im nunmehr eingezäunten Schutzgebiet eben wie die Kaninchen und wurden bald zur Plage. Ein echter Bessunger ist ein „Lapping“. Ein Lapping ziert auch bei der Bessunger Kerb den Kerwebaum. Lapping leitet sich vom französischen Lapin (Kaninchen) ab und stammt vermutlich aus der Zeit der Besetzung Darmstadts durch die Franzosen im 18. Jahrhundert.


to be continued...