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Dienstag, 4. November 2025

.wer zweimal stirbt, ist länger tot | mary janice davidson

Die Vampirkönigin Betsy Taylor ist am Boden zerstört: Schlimm genug, dass ihr Freund Marc sich das Leben genommen hat - und das nur um ihr eine Zukunft zu ersparen, in der sie zu einer teuflischen Tyrannin (ohne Modegeschmack!) wird, die ihre besten Freunde in abscheuliche Kreaturen verwandelt. Jetzt muss sich Betsy auch noch mit Familienproblemen herumschlagen. Ihre Halbschwester Laura will Satans Gehilfin werden, und den Job bekommt sie nur, wenn sie Betsy ein für alle Mal um die Ecke bringt.

©2013 Egmont Lyx (P)2014 Audible Studios

Autor: Mary Janice Davidson

Gesprochen von: Nana Spier

Serie: Betsy Taylor, Titel 11

Spieldauer: 7 Std. und 29 Min. (ungekürzt)

Veröffentlicht: 06.02.2014

Kategorie: Liebesromane

Sprache: Deutsch

Anbieter: Audible Studios

Wozu das immer gleiche "Was bisher geschah"? Wer der Reihe seit Band 1 folgt, weiß das alles. Wer erst jetzt einsteigt, weiß nicht, wer Jessica und Marc sein sollen. Und warum immer wieder diese Ausschweifung zu den Geschehnissen bei bzw. mit den Werwölfen?

Mir fehlen die Worte. Derer waren nach meinem Gefühl in den knapp siebeneinhalb Stunden ohnehin zu viel. Wer hat das geschrieben? Nachdem ich die ersten neun Teile regelrecht verschlungen und Betsy vergöttert habe, kann ich kaum glauben, dass sowohl der vorangegangene als auch dieser Teil aus der Feder von Mary Janice Davidson stammt. 

Erneut ging jener Charme verloren, den Betsy mit ihren schnodderigen Mundwerk sonst versprüht. Sowohl in Teil 10 als leider auch Teil 11 sind Lässigkeit und Naivität derart überzogen, dass ich bereits nach der Hälfte genervt war. Die vielen Filmzitate waren da erträglicher als die ständigen und vor allem sinnlosen Gedankengänge, die rein gar nichts mit der Story zu tun hatten. Dabei macht Nana Spier wieder einmal einen hervorragenden Job. Doch selbst sie konnte die Story nicht retten.

Das war leider schon wieder nichts – für mich. Schade.

Sonntag, 2. November 2025

.zweimal hölle und zurück | mary janice davidson

Betsy ist mit ihrem Latein am Ende. Nach ihrem kurzen Ausflug in die Hölle hat die Königin der Vampire ein schreckliches Déjà-vu: Sie erwacht mal wieder in einer Leichenhalle. Und auch sonst geht so manches nicht mit rechten Dingen zu. Betsy ist offenbar in einer Parallelwelt gelandet, in der außer ihrer Liebe zu Schuhen und ihrem Ehegatten Sinclair nichts ist, wie es vorher einmal war.

©2012 Egmont Lyx (P)2013 Audible Studios



Autor: Mary Janice Davidson

Gesprochen von: Nana Spier

Serie: Betsy Taylor, Titel 10

Spieldauer: 6 Std. und 22 Min. (ungekürzt)

Veröffentlicht: 07.11.2013

Kategorie: Liebesromane

Sprache: Deutsch

Anbieter: Audible Studios

Der Titel ist Programm. Dieser Teil hat mich mehr als nur einmal durch die Hölle geschickt und zutiefst enttäuscht. Möglich, dass ich zu hohe Erwartungen hatte, dachte ich doch, schlimmer könnte es nicht mehr werden. Doch! Konnte und wurde es!

Dieser Teil ist mit Abstand der bislang schlechteste. Ich mag den locker-flapsigen Stil der Autorin, die schnellen und etwas konfusen Handlungen, die sich nach und nach ..meist von selbst.. erklären. Chaotisch und überzogen. Das ist okay. Seit dem ersten Band weiß man, worauf man sich einlässt.

In diesem Teil jedoch hat man den Eindruck, als hätte wer der Autorin eine Pistole an den Kopf gehalten und gesagt: „Schreib etwas, egal was, nur schnell. Sinn muss es keinen ergeben und Unterhaltung wird ohnehin völlig überbewertet.“

Der bereits erwähnte und von mir geliebte locker-flapsige Stil wurde dermaßen übertrieben, dass es einfach nur noch nervte. Da konnte selbst Nana Spier, die als Sprecherin wieder brillierte, nichts mehr retten. Sie ist übrigens der einzige Grund, weshalb ich überhaupt noch weitergehört habe.

Band 10 besteht ausschließlich aus Wiederholungen, ist wirr, widersprüchlich und lahm, voll sinnloser und ausschweifender Nebensächlichkeiten. Wäre ich  zwischendurch eingeschlafen, hätte ich nichts aufregendes verpasst. 

Trotzdem mich die letzten Minuten sehr berührt haben, würde ich dieses Buch nicht weiterempfehlen, und hoffe, dass die Autorin mit Band 11 zu ihrer alten Form zurück findet.

Montag, 20. Oktober 2025

.die blechtrommel | günter grass

Oskar Matzerath ist anders. Mit drei Jahren beschließt er, nicht weiter zu wachsen. Der groteske Außenseiter betrachtet die Welt mit schonungslos-sarkastischem Blick "von unten". Sein ständiger Begleiter ist eine Blechtrommel. Mit ihr ertrommelt er sich Distanz, fordert, schreckt auf. Wird sie ihm genommen, setzt er sich mit einem Schrei zur Wehr, der Glas zerspringen lässt. So absonderlich der zornige Zwerg ist, so frei ist er. Oskar ist ein unerbittlich scharfsinniger Beobachter des Danziger Kleinbürgertums im "Dritten Reich".

Günter Grass liest sein erfolgreichstes Werk: ein kunstvoll erzähltes Stück Weltgeschichte mit einem Helden, wie es ihn nie zuvor gab.

©2018 Steidl (P)2018 DAV

Autor: Günter Grass

Gesprochen von: Günter Grass

Spieldauer:  28 Std. und 0 Min. (ungekürzt)

Veröffentlicht: 09.03.2018

Kategorie: Literatur & Belletristik

Sprache: Deutsch

Anbieter: Der Audio Verlag

Nach einigem Abwägen, letztlich aber der Neugier erliegend, wagte ich mich an Günter Grass' berühmtestes Werk, das 1959 erschien und als einer der bedeutendsten Romane der deutschen Nachkriegsliteratur gilt. Gelesen vom Autor selbst. 

Die Tonqualität war eine Herausforderung. Definitiv zu leise. Erst recht, wenn man Grass' teilweise wirren und überdimensionalen Schachtelsätzen folgen möchte, was zusätzlich durch sein Genuschel erschwert wird. Ich nahm es in Kauf, dass Grass' aus jedem G am Ende eines Wortes ein gesprochenes K (oder aus D ein TT) macht ..  in der Regel schafft ein Autor selbst es ja am besten, gewünschte und beabsichtigte Gefühle und Stimmungen seiner Werke zu transportieren.

Anfang der 50er Jahre trommelt und schreibt in einer Heil- und Pflegeanstalt ein Buckliger des Jahrgangs 1924 die Geschichte seines Lebens und seiner Familie vom Beginn des Jahrhunderts bis in das Deutschland Adenauers. Oskar Matzerath hat alles gesehen und gehört, nichts ist ihm entgangen, denn er war ein hellhöriger Säugling, dessen geistige Entwicklung bereits bei der Geburt abgeschlossen war. Der Außenseiter, der Wirklichkeit ertrommeln und Glas zersingen kann, erweist sich dabei als der einzige Gesunde in einer Welt des Scheins, der Lüge und des Verbrechens. Ende der 80er habe ich die Verfilmung geschaut, welche die Geschichte von Oskar Matzerath erzählt, der beschließt, nicht mehr zu wachsen und die Welt aus der Perspektive eines Kindes zu beobachten, um die Schrecken und Absurditäten seiner Zeit zu erleben. 

Das Werk ist bekannt für seinen satirischen und provokativen Blick auf die deutsche Geschichte vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg, sowie für seinen einzigartigen Erzählstil, der Elemente des magischen Realismus beinhaltet.  "Die Blechtrommel" war maßgeblich daran beteiligt, dass Günter Grass 1999 den Nobelpreis für Literatur erhielt. 

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sowohl Schauplätze als auch Gegebenheiten enorm, teilweise beinahe überfordernd detailliert geschildert werden. Zwischen all dem Irrsinn finden sich dennoch ab und an einige raffinierte und witzige Metaphern. Dass Oskar ein widerlicher Drecksack ist, war ja bereits vor dem Lesen klar und wurde bestätigt. Auf die gähnend langatmige Ausführung eines Skatspiels hätte ich gut und gerne verzichten können. Ebenso auf die wahnsinnig machenden, selten wirklich Sinn ergebenden Schachtelsätze, in die mit Gewalt Worte und deren Wiederholungen gepresst wurden. Wenn das Kunst ist, verstehe ich rein gar nichts davon. Wenn das Kunst ist, will ich sie auch nicht verstehen.

Das permanente und ausgeprägte Lippenschmatzen des Herrn Grass und seine Speichelgeräusche beim Sprechen machten mich gegen Ende Buches schlicht wahnsinnig. Allein deshalb schon werde ich diese Lesung garantiert nicht noch einmal hören.

Es wird behauptet, man solle "Die Blechtrommel" wenigstens einmal gelesen haben, das sie als ein Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsliteratur gilt und die Auseinandersetzung mit der deutschen Schuld- und Verdrängungsgeschichte thematisiert. Dem bin ich nachgekommen. Den vorgeblichen sprachlichen Anspruch beschreibe ich als nervliche Herausforderung und wünsche mir beinahe selbst dafür den Nobelpreis für Literatur, dass ich Grass' Ergüssen bis zum Ende standgehalten habe. Die sprachliche Brillanz und literarische Bereicherung, mit der dieses Werk beschrieben wird, erschließt sich mir nicht. Einzig den zugeschriebenen magischen Realismus kann ich bestätigen.

Mittwoch, 26. März 2025

.die tochter des serienkillers | alice hunter

Jane ändert ihren Namen, sobald sie ihren Eltern entfliehen kann. Ihre Mutter ist manipulativ und kontrollsüchtig und ihr Vater ein überführter Serienkiller. Nun nennt sie sich Jenny, lebt in einem fernen Ort in Devon, ist glücklich verheiratet mit Mark und glaubt, ihr altes Leben hinter sich gelassen zu haben. Bis Marks Ex-Geliebte verschwindet und vor Jennys Haustür Pakete mit grausigen Tierkadavern auftauchen. Weiß jemand von ihrer Vergangenheit? Oder versucht jemand erneut, Einfluss über sie zu gewinnen? Ihre manipulative Mutter? Oder ihr Vater, der Serienmörder? Und nach und nach wird klar, dass Mark und Jenny auch nicht ganz ehrlich zueinander waren. Beide haben ihre Geheimnisse.

©2025 Bastei Lübbe AG (P)2025 Lübbe Audio, Bastei Lübbe AG

Autor: Alice Hunter

Gesprochen von: Martha Kindermann, Max Hoffmann, Luise Georgi

Serie: Die Familie des Serienkillers 2

Spieldauer:  10 Std. und 23 Min. (ungekürzt)

Veröffentlicht: 31.01.2025

Kategorie: Krimis & Thriller

Sprache: Deutsch

Anbieter: Lübbe Audio

Wie ich in meiner Bewertung zum ersten Teil bereits geschrieben habe, endet "Die Frau des Serienkillers" mit einem kleinen Knaller. In Erwartung einer entsprechenden Fortsetzung ..schließlich existiert ja die Tochter Poppy.. ging ich bereits enttäuscht, dass es sich um eine gänzlich andere Geschichte mit völlig anderem Hintergrund und ganz neuen Protagonisten handelt, in das mit so viel Spannung erwartete Buch.

Gleich zu Beginn überforderten mich die überwiegend zwanghaft aufgebauten Verwirrungen. Die Sprecher leisteten gute Arbeiten, änderten aber nichts an dem Gefühl, dass hier in aller Eile und unter nicht lösbarem Druck ein weiterer Bestseller erschaffen werden sollte. Die ganze Geschichte war für mich ein einziges "Hä?" und "Orrr!", begleitet von beinahe chronische Stirnrunzeln und Augenrollen.

So macht man aus Spannung genervte Langeweile, Alice Hunter. Schade.