Je breiter das Lächeln, desto mehr Schmerz lässt sich dahinter verstecken.
Oft reicht schon ein einziger stiller Moment, um das leise Klirren zu hören, wenn etwas in dir zerbricht.
›Ist schon in Ordnung, wie du bist.‹
Sollte man viel öfter zu sich selbst sagen.
Wir hocken auf der Terrasse und lamentieren über den Regen und das viel zu milde Wetter.
Ich:
»Es ist Ende Dezember. Da sollte eigentlich so hoch Schnee liegen.«
Der Dreieinhalbjährige
[winkt ab und seufzt]:
»Früher war alles besser!«
Er wird sicher mal ein prima Rentner.
Thema Besinnlichkeit.
Sie bedeutet, eine Gemütseinstellung von Nachdenken, Ruhe und Feierlichkeit zu haben.
Ich hatte in 51 Jahren noch kein einziges besinnliches Weihnachtsfest. Nicht einmal, als meine Kinder klein waren.
Diese Erkenntnis stimmt mich gerade ziemlich traurig.
Es schockiert mich nach wie vor, wie einige selbst unter dem Aspekt Gesundheit und Menschenleben immer noch ihre ganz persönlichen Prioritäten setzen.
Vielleicht bin ich aber auch nur ein bisschen dumm.
»Im Homeoffice sieht dich niemand weinen…«
»Äh, doch. Wir sind in einer Videokonferenz und da steht ein halbvolles Glas Rosé auf deinem Schreibtisch.«
Es gibt Menschen, die dein Seelendepot in nur wenigen Stunden für viele Tage auffüllen.
»Und dein Heiligabend so?«
»Ach, ich mach's mir halt allein schön besinnlich.«
»Ja. Ich werde auch unterm Baum masturbieren.«
Bescherung 2020.
Ich wünsche meiner Omi (94) schöne Weihnachten. Von der Terrasse aus. Mit Maske. Weihnachten 2020.
Nächstes Jahr wird es wieder sein wie es immer war: Ich knutsche sie, bis sie herzlich lacht, lege mich in ihre Arme und den Kopf auf ihre Brust. Weihnachten 2021.

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