Montag, 6. Oktober 2025

.x steht für 10 | 28.09.2018 • 30.09.2018

X steht für 10.


Mein Auto heißt Frau Müller. Dank akustischer Einparkhilfe begrüßt Frau Müller jedes neben mir stehende Auto, jedes Blatt, jede sich nähernde Wand. Frau Müller ist ein freundliches Auto.


Bei manchen Männern denke ich mir ja: ›Speck haste, fehlen nur noch die Eier.‹


Sonnenschein kann wärmen, strahlen, brennen, blenden. Aber niemals eitel sein.


Das Schicksal hat angerufen. Es hat 'nen Tennisarm vom Winken.


Tante beobachtet, wie ich meiner Waldorfpuppe ein Herbstoutfit anziehe: »Mein Gott! Dass deine Kinder ohne Knochenbrüche überlebt haben…!?« Sie hat mich gerade grobmotorisch genannt, oder?


Dieser eine Mensch, den du auf und unter der Haut spürst. Egal, wo er gerade ist.


[ˈtantə ˈfʁiːda] @dietantefrieda  30. Sep. 2018
Ich [öffne Klodeckel] Biene [fliegt mir summend entgegen] OB ICH BLUMEN KACKE, HAB ICH GEFRAGT?!


Unausgesprochene Fragen hängen ja immer wie ein Stück Mett zwischen den hinteren Zähnen: Dein Gegenüber sieht's nicht, aber dich stört's, du spielst ständig mit der Zunge dran rum und hörst dich deshalb komisch an.


Grenzen begegnen bedeutet auch immer sich selbst begegnen.


Ich bin kein Profi. Aber eine gute Beziehung sollte aus gnadenloser Offenheit, bleibendem Interesse, unerschütterlichem Vertrauen, gemeinsamen Ritualen, intensiven Gesprächen und einer großen Portion Humor bestehen und durch phänomenalen Sex abgerundet werden.

Sonntag, 5. Oktober 2025

.x steht für 10 | 26.09.2018 • 28.09.2018

X steht für 10.


Etwas akzeptieren bedeutet nicht, es auch zu verstehen. Etwas verstehen garantiert nicht, dass es weniger verletzt.


Manchmal löst man sich eben aus einer Umarmung, die man selbst so nötig hat, um die Arme frei zu haben für jemanden, der gerade dringender Halt braucht.


Ich bin nicht entspannt. Meine Angst ist nur sehr müde.


Wenn ich denke, ich halte es nicht aus, hältst du mich.


Momente, in denen sich die starke Frau in mir zurückzieht und wieder das verunsicherte Mädchen hervortritt. Die nicht.


»Frauen haben immer kalte Füße. Männer haben immer kalte Wangen. Ist so.« »Ah! Deshalb klemmen Frauen ihre Füße zwischen die Oberschenkel des Mannes und Männer ihre Wangen…« »Bitte nicht weitersprechen!« Voll verklemmt, der Kollege, ey.


Ich habe kein politisches Verständnis, und dennoch kann man mit mir über Gott und die Welt diskutieren. Ich bin blond und mag machmal hilflos erscheinen, doch ich kann ackern wie ein Mann. Ich bin kein Gourmet, bringe dich beim Döneressen aber wenigstens zum Lachen.


Ich möchte jetzt mal mit Klischees aufräumen: Gerade ist eine Biene in den Aufzug eingestiegen und im 1. Stock wieder aus. Von wegen ›fleißig‹!




Wahrnehmung stelle ich mir wie ein Glas klares Wasser vor. Hoffnung, Zweifel, Zuversicht und Angst wie Farben, die es bunt machen. Oder trüben.

.sonntagsbrabbelei | omatage

Eigentlich hatte ich heute anderes vor und vor allem zu tun, als mich am Morgen einfach nochmal im Bett umzudrehen, lange zu schlafen und dann rumzutrödeln und jetzt am Laptop zu sitzen. Ich wollte die Villa Wunderbunt auf Hochglanz bringen, weil das an den kommenden zwei Wochenenden aufgrund Wochenendverabredungen nicht möglich sein wird. Ich mache das sonst regelmäßig samstags, alternativ auch mal sonntags, aber auch gestern kam mir eine Verabredung dazwischen. Eine, die selbst meinem inneren Monk, der so auf äußere Ordnung besteht, weil es mit der inneren Ordnung nicht so weit her ist, viel, viel wichtiger war.

Freitag ist regelmäßig Omatag. Seit nunmehr 20 Monaten. Nicht nur ich liebe die beiden Mäuse abgöttisch. Ich glaube, behaupten zu können, dass die Oma auch ihnen inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist. Neuestes Beispiel ist der 2. Geburtstag der kleinen Maus, als die große Maus wirklich jedes erdenkliche Argument vorbrachte, um mit mir nach der Feier nach Hause kommen zu können. Bis er mir schließlich ins Ohr flüsterte: "Oma, du kannst mich ja aus Versehen mitnehmen!" Einer von vielen Momenten, in denen mir das Herz ganz warm und weit und weich wird und überläuft.

Die Mäusefamilie war letzte Woche in Urlaub, sodass wir uns zwei Wochen nicht sehen konnten. Bei der Begrüßung am letzten Freitag flogen mir die Kleinen regelrecht in die Arme und ließen mich nicht mehr los. Auch den Rest der Omazeit nicht. Oder kaum, denn wir fuhren am Freitag auf den Hartenauer Hof zum Kürbisfest, wo es viel Raum zum Spielen gab.


Als ich die kleine Maus kennenlernte, war er noch ein Säugling. Zarte fünf Monate alt. Ich staune immer noch, wie schnell er groß geworden ist. Irgendwie kann ich mich nicht daran erinnern, dass es bei meinen eigenen Kindern auch so rasend schnell ging. Aber das macht wohl das Alter, indem die Uhr irgendwie strammer tickt.

Die große Maus verkündete schon bei meinem Ankommen am Freitag, dass er Oma "auch mal für sich alleine" haben wolle, als ob das noch nie vorgekommen wäre. Aber wir verabredeten uns gleich für den Tag darauf.

Um neun Uhr ..eineinhalb Stunden früher, weil er uuunbedingt sofort zu Oma wollte.. brachte seine Mama ihn vorbei. Wir malten zusammen, spielten Paw Patrol und Glitzereinhorn, puzzelten, tanzten und sangen gemeinsam, verarzteten uns gegenseitig sowie die Stofftiere, versorgten die Kätzchen und säuberten zusammen das Katzenklo, schauten eine 10-Minuten-Folge Frozen, backten Pizza und bastelten ein Karton-Haus. Beinahe schon Tradition hat das Schminken .. dieses Mal wollte die kleine Maus ein Häschen sein, inklusive Karottenfinger. Wir spielten Kuscheln, Verstecken und Fangen, bis der Rest der Mäusefamilie um halb drei eintraf.  


Dass die Wohnung nach dem Besuch aussah, als sei sie explodiert, schenkte mir eine glückliche Art der Befriedigung. Diese Zeit füllt aus, so sehr und so voller Liebe, dass das Außen völlig irrelevant ist. So fühlt sich Glück an.

Samstag, 4. Oktober 2025

.x steht für 10 | 24.09.2018 • 26.09.2018

X steht für 10.


Plötzlich kannst du sein, wer und wie du bist. Und musst dich erstmal selbst kennen lernen.


Snapchatfilter. Und noch immer die Frage: WARUM?


Worten glauben. Gefühlen vertrauen. Zuversicht leben.


Das Leben ist eine einzige Konsequenz.


Honigbienen wissen, wann es regnen wird, und arbeiten davor entsprechend mehr. Ich weiß, wann der Chef ins Büro kommen wird.


Einander zuhören. Neugierig aufeinander bleiben. Damit das Gewohnte nie seine Besonderheit verliert.


Eine Eichel macht noch lange keinen Herbst.


Es ist nicht das Wissen um den Schmerz. Es ist die Angst, nicht mit ihm umgehen zu können.


Miteinander lachen, weinen, reden, ficken. Einander vertrauen, verstehen, zuhören, lieben. Zueinander passen, stehen, finden, gehören.


Bevor ich an etwas verzweifle, wachse ich lieber daran.

Freitag, 3. Oktober 2025

.x steht für 10 | 21.09.2018 • 24.09.2018

X steht für 10.


Ich will nicht sagen, dass ich angespannt bin. Aber das Reizstromgerät ist gerade vor mir zurückgezuckt.


›Nicht in die Haare!‹ ›Nicht auf die Brille!‹ ›Nicht in die Augen!‹ Okay. Aber habt ihr’s schon mal in die Nase bekommen?


Das Universum hat uns verbunden. Deshalb wird diese Verbindung bestehen bleiben. Weit über die Zeit hinaus.


»Ich hab' 'n ziemlich dickes Fell.« »Du hast dir seit vier Wochen den Sack nicht rasiert.« »DICKES FELL!«


Nur wer weiß, wie es angefangen hat, kann sehen, wie weit es gehen wird.




Um Zahnschmerzen im Mittelalter loszuwerden, hat man einen Esel geküsst. Nun ja. Ich hatte vor 30 Jahren mal heftige Zahnschmerzen.




Man sagt ja, Brüste beruhigen… Mein Lieblingsonkel [vollgepumpt mit Adrenalin, nach schwerem Motorradunfall auf Intensiv]: »Dann kam eine Schwester, die Arme so bunt tätowiert wie deine, und das hat mich endlich beruhigt.« Und vielleicht habe ich da jetzt was im Auge.


Selbstliebe. Die tiefe Verbindung zu uns selbst und die unerschütterliche Fähigkeit, uns Fehler zu verzeihen. Ein bisschen mehr davon täte manchmal ganz gut.

.eigentlich | schein und sein

Eigentlich wollte ich die vergangenen zwei Urlaubswochen auch nutzen, um mein Blog aus seinem Spätsommer-| Frühherbstschlaf zu wecken. Tatsächlich habe ich aber erst gestern die Fotos der vergangenen Wochen und Monate zusammengetragen, um sie zumindest schon einmal als Entwürfe abzulegen. 

Wie kommt's? Wie kommt es, dass meine anfängliche Motivation so sehr und schnell an Schwung verloren hat? Wo das Bloggen doch nicht nur als adäquater Ersatz für das mein Leben so beherrschende Twittern und ein back to the roots gedacht war?

Ich halte es nicht für angebracht, das Thema Zeit ins Spiel zu bringen .. auch wenn sie mir fürs Twittern selbst irgendwann oft ..und eigentlich.. fehlte. Vermeintlich fehlte. Faktisch wurde es mir den letzten zwei Jahren schhlicht zu viel. Sowohl zeitkritisch als auch vornehmlich emotional. 

Fürs Bloggen fehlte mir plötzlich die Muse. Lieber verbrachte ich die Feierabende auf dem Sofa mit Ohrenlesen und Häkeln als vorm PC. Ist ja auch nicht das Schlechteste. Mir stand schließlich nicht mehr der Sinn danach, mein Tun in die breite Masse hinauszuschreien. Mein Blog ist mein Kämmerchen, in das selten bis nie ein Blick geworfen wird und ..vor allem.. aus dem ich nur ab und zu mal rauszuschauen brauche. So wie es gedacht war. Ein Schutzraum.

Warum also mein Fernbleiben? Nachvollziehbar, dass ich nach Feierabend keinen Drang mehr hatte, schon wieder vor einem Bildschirm zu sitzen. Im Job war es in den vergangenen Monaten aufgrund immer wiederkehrender Vertretungswochen anstrengend. Dazu kommt eine wachsende Aversion gegen soziale Medien, vordergründig WhatsApp. Durch jede noch so kleine und belanglose Nachricht fühlte ich mich gestresst, bedrängt. 

Zu spät erkannte ich die Phase, die mich jeden Tag mehr umfasste und dieses Mal weit länger anhielt als ich es aus der Vergangenheit kenne. Das Internet beschreibt es sehr gut:

Eine funktionale oder hochfunktionale Depression beschreibt eine Form der Depression, bei der Betroffene nach außen hin weiterhin leistungsfähig sind und ihren Alltag meistern, während sie innerlich unter depressiven Symptomen wie Erschöpfung, Leere oder Anspannung leiden. Der Begriff ist keine offizielle Diagnose, wird aber oft für Depressionen verwendet, die lange unerkannt bleiben, da die Symptome im Verborgenen wirken und die Betroffenen eine Fassade der Zufriedenheit aufrechterhalten. 

Merkmale einer funktionalen Depression

Äußerliche Fassade: Betroffene gehen zur Arbeit, erfüllen familiäre und soziale Verpflichtungen und wirken nach außen hin stabil, erfolgreich und engagiert. 

Innere Belastung: Hinter dieser Fassade verbergen sich jedoch typische depressive Symptome, die sie oft nicht äußern können. 

Diskrepanz: Es besteht ein starker Kontrast zwischen dem äußeren Verhalten und dem inneren Zustand, was zu einem Gefühl des „Doppellebens“ führt. 

Unsichtbarkeit: Diese Form der Depression ist oft schwer zu erkennen, sowohl für die Betroffenen selbst als auch für ihr Umfeld, da die Symptome nicht so offensichtlich sind wie bei einer klassischen Depression. 

Typische Symptome 

Emotionale Erschöpfung trotz äußerer Aktivität
Innere Leere oder Gefühllosigkeit
Perfektionismus und hoher Leistungsdruck
Konzentrations- oder Schlafprobleme
Grübeln und Gedankenkarusselle
Gefühl der Entfremdung von sich selbst oder anderen
Körperliche Beschwerden wie Verspannungen oder Magenprobleme

Sei's drum. Ich bin durch. Und tatsächlich möchte ich mich auch gar nicht mehr weiter mit dem Thema beschäftigen. Es kommt und geht wie eine Erkältung. Fertig. Zumindest für mich.

Schön ist, dass ich sehr, sehr viel gehört habe. Alle "Das Lied von Eis und Feuer" Bände, zum Beispiel. Danach habe ich meinen Urlaub genutzt, um alle Staffeln von "Game of Thrones" zu schauen. Und gehäkelt. Auch relativ viel. Und ich bin aktuell täglich auf dem Stepper. Oft über eine Stunde. Meinem Bauchfett ist das egal und auch das Gewicht fällt nicht ins Gewicht. Jedenfalls nicht dessen Verlust. Aber das ist ein anderes Thema, das mich derzeit weniger als erwartet berührt. Denn ich fühle mich fit. Und gut. Und das allein zählt gerade. Für mich.

Nun springe ich unter die Dusche und mache mich danach auf den Weg zu den Enkelmäusen. Wir möchten heute das Kürbis-Café besuchen. Und vielleicht zücke ich da tatsächlich mal das Handy und mache ein paar Aufnahmen. Und am Abend habe ich dann vielleicht auch mal wieder Muse genug, um den einen oder anderen Post nachzuholen.

Donnerstag, 2. Oktober 2025

.x steht für 10 | 19.09.2018 • 21.09.2018

X steht für 10.


Ich kann gar nicht so viel trinken wie ich kotzen möchte. Und das liegt bestimmt nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte.


Wenn Sehnsucht alles wäre, wäre es nicht Liebe.


Der stärkste Verbündete der Hoffnung und der Angst ist die Wahrnehmung.


Kollegin: »Toll siehst du aus! Schönes Kleid!« Kollege: »Finde ich auch. Darf's aber nicht sagen.« Ich: »Ich gehöre nicht zu den Frauen, die sich darüber empören.« Kollegin: »Das tun auch nur die, die's nicht gesagt bekommen.« Ich mag meine Kollegen.


Lasst euch nicht stören. Ich lege hier nur meine Gedanken ab.


Twitter stelle ich mir wie eine Servierplatte vor: Schön angerichtete Tweets, dazwischen ein paar scharfe Radieschen und etwas stinkender Käse, Petersilie als Lückenfüller, und irgendwo eine beleidigte Leberwurst.


So wertvoll sind Menschen, die wertfrei urteilen.


Ich glaube ja, ich leide unter dem Toxler-Effekt: Mein Gehirn gaukelt mir vor, Monster zu sehen, wenn ich in den Spiegel schaue. Mein Psychologe möchte das so aber nicht bestätigen.


Irgendwann will ich zurückschauen und sagen können: »Aus den schlechten Zeiten habe ich gelernt, die guten behalte ich in Erinnerung.«


Haarausfall. Aber auf den Zähnen.

Mittwoch, 1. Oktober 2025

.x steht für 10 | 18.09.2018 • 19.09.2018

X steht für 10.


Mein Geschmack ist einfach: Ein Kerl muss aussehen wie ein Kerl, vor dem man in die Knie geht. Und das nicht zum Schuhe binden.


Ach, Twitter. Manchmal hasse ich dich.


Ein Herz. Ein Klick. Ein Stich.


Am Ende aller Gedanken ergibt alles einen Tweet.


Ist das schön, in Deutschland zu leben. Da kaufe ich mir doch gleich mal einen Eierschalensollbruchstellenverursacher.


Manche Qual bereite ich mir selbst, um mir zu beweisen, dass ich stärker bin als ihre Macht, mich zu verletzen.


Aus Liebe gab ich dir damals meine Niere, um dir das Leben zu erleichtern. Aus gekränkter Eitelkeit gibst du heute alles, um mir das Leben schwer zu machen.


Mir scheint nicht jeden Tag die Sonne aus dem Arsch. Ich darf verdammt nochmal auch mal wütend sein.


Gerade stieg mir der Geruch von Kaffee, Kuchen, Bauernhof und Pfeife in die Nase. Zack! War ich wieder fünf.


Geheimhalten. Die andere Art der Verdrängung.